(NEU: Details, Marktreaktion)
Von Natali Schwab
Dow Jones NEWSWIRES
METZINGEN (Dow Jones)--Die
HUGO BOSS AG hat die rückläufige Nachfrage im Luxusgütermarkt im dritten Quartal 2009 deutlich zu spüren bekommen: Umsatz und Ergebnis fielen deutlich schlechter aus als vom Markt erwartet, insbesondere das Geschäft mit Großhandelskunden entwickelte sich aufgrund der Wirtschaftskrise schwächer. Die
Aktie geriet im Handelsverlauf unter Druck.
Der Umsatz sank in den Monaten Juli bis September auf 450 (533) Mio EUR, wie der Modehersteller mit Sitz in Metzingen am Montag mitteilte. Das Konzernergebnis ging auf 51,5 (68,5) Mio EUR zurück. Hier wirkten sich zusätzlich Restrukturierungskosten negativ aus. Die Analysten hatten im Mittel ihrer Schätzungen mit erheblich geringeren Rückgängen gerechnet. Beim Umsatz hatten sie 508 Mio EUR, beim EBIT 102 Mio EUR und beim Konzernergebnis 68 Mio EUR prognostiziert.
Ein Händler nannte die Zahlen von vorne bis hinten enttäuschend. Die Aktie verlor zum Mittag 3,3% auf 24,47 EUR.
In ersten neun Monaten mussten insbesondere die europäischen Märkte, die über einen überproportionalen Anteil an Großhandelskunden verfügen, Umsatzeinbußen hinnehmen. Besonders betroffen waren die osteuropäischen Länder, Skandinavien sowie Spanien, Portugal und Italien, wie Hugo Boss berichtete. Dagegen wurde in Amerika ein leichter Zuwachs verbucht, während sich der Umsatz in Asien knapp behauptete.
Dagegen zeigte der konzerneigene Handel positive Effekte. Nach neun Monaten erwirtschafteten die eigenen Geschäfte einen positiven Umsatzbeitrag. Das Einzelhandelsnetzwerk umfasst mittlerweile weltweit 352 Standorte. Die internationale Expansion will der Modehersteller hier vorantreiben, wobei das Tempo von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig ist.
Für 2009 präzisierte das im MDAX notierte Unternehmen, das mehrheitlich der Private-EquityGesellschaft Permira gehört, seine Prognosen. Hugo Boss geht nun von einem prozentualen Umsatzrückgang in Höhe der ersten neun Monate aus. In dem Berichtszeitraum wurde mit 1,238 Mrd EUR ein Minus von 9% verzeichnet. Die Erwartungen für den Luxusgütermarkt liegen bei einem Umsatzrückgang von weltweit 10%.
Bei der EBITDA-Marge zeigte sich das Unternehmen pessimistischer als zuvor. Vor Sonderposten erwartet Hugo Boss nun eine Marge auf Vorjahresniveau. Zuvor hatte der Modehersteller eine Steigerung anvisiert. In den ersten neun Monaten lag sie mit 18% auf dem Level des Vorjahreszeitraums.
Für 2010 sieht Hugo Boss eine Stabilisierung der konjunkturellen Lage und damit wieder einen ersten Aufwärtstrend. Insgesamt gehe das Management für das kommende Jahr von einem profitablen Wachstum aus. Prognosen für den Luxusgütermarkt erwarten für 2010 eine moderate Erholung um 1%.
Insgesamt sei die Strategie von Hugo Boss auf organisches Wachstum ausgerichtet, heißt es im Geschäftsbericht zum Neunmonatsergebnis weiter. Zukäufe schließt das Unternehmen dennoch nicht aus, sie stehen jedoch nicht im Vordergrund.
Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklungen gewinne die Ergebnissteuerung und das Kostenmanagement weiter an Bedeutung. Die von Hugo Boss eingeleiteten Maßnahmen wie die Optimierung der Kostenstrukturen, die Verbesserung und Neugestaltung von Arbeitsprozessen sowie die Reduzierung der Kollektionskomplexität sollen fortgesetzt werden. Unprofitable Läden sollen geschlossen oder "optimiert" werden.
Dies werde sich im vierten Quartal positiv auf die Kostenstruktur und das Geschäftsergebnis auswirken.
Dank der Restrukturierungsmaßnahmen erhöhte sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit per Ende September um 163 Mio EUR auf 229 Mio EUR. Neben den Initiativen zur Kostenoptimierung habe sich die Verminderung des kurzfristigen Nettovermögens um 34% positiv ausgewirkt, so Hugo Boss. Die Nettoschulden seien seit September 2008 um 26% auf 459 Mio EUR abgebaut worden.
Webseite: www.group.hugoboss.com
-von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 119,
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November 02, 2009 06:51 ET (11:51 GMT)
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