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Von Madeleine Nissen
Dow Jones NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Deutsche Postbank AG will sich langfristig breit aufstellen und eine Multi-Kanal-Strategie verfolgen. "Wir wollen den Kunden komplett an uns binden und jede weitere Beratung von anderer Seite überflüssig machen", sagte Retailvorstand Michael Meyer am Mittwoch zu Dow Jones Newswires in München.
Konkret heißt das: Beratungsunternehmen wie MLP und AWD soll der Wind künftig schärfer ins Gesicht blasen. Denn die Postbank wolle nicht nur in den Filialen verstärkt auf Beratung setzen, sondern auch die Zahl der mobilen Mitarbeiter, die den Kunden zu Hause aufsuchen, erhöhen.
Bislang lautet das Ziel, die Zahl der mobilen Berater von derzeit 4.200 bis 2010 auf 5.000 zu erhöhen. "Inwieweit wir an dieser Zahl vor dem Hintergrund der Finanzkrise exakt festhalten, möchte ich offen lassen", sagte Meyer. "Aber die Tendenz ist klar: Wir wollen die Zahl erhöhen."
Kampfziele, wie viele Kunden die Postbank Unternehmen wie AWD und MLP abwerben wolle, gebe es allerdings nicht, betonte Meyer. "Bei AWD sind wir zudem nicht nur Konkurrenten, sondern auch Partner", erklärte das Vorstandsmitglied. "So sind wir auf der Bausparseite auch Lieferant von Produkten."
Die meisten Kunden, die zur Postbank wechseln, waren zuvor bei einer Sparkasse. Dieses Kundenprofil soll in Zukunft erhalten bleiben. Dem gehobenem Bankensegment wolle die Postbank keine Konkurrenz machen. Vielmehr bleibe das im MDAX notierte Finanzinstitut auch nach dem Einstieg der Deutschen Bank eine "Bank auf Augenhöhe", prognostizierte Meyer.
Unabhängig von der Konstanz bei den Kunden sieht Meyer eine Verschiebung von Produkten, die nachgefragt werden. "Nicht nur bei älteren, sondern auch der jüngeren Kundschaft geht der Trend zu 'No-Thrill', also sicheren Produkten wie Bausparverträge", erklärte Meyer. "Dem tragen wir auch dadurch Rechnung, indem wir unsere Produkte einfacher gestalten und zunehmend auf Sternchenvermerke verzichten."
Durch die Finanzmarktkrise hätten Banken ein gutes Stück de Vertrauens ihrer Kunden verloren. "Wir haben uns in Produkten engagiert, die oft in Teilen intransparent waren", räumte Meyer ein. Dies sei aus heutiger Sicht ohne "Wenn und Aber" ein Fehler gewesen, für den viele Banken international ein hohes Lehrgeld bezahlen mussten.
Webseite: http://www.postbank.de
-Von Madeleine Nissen, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 115,
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April 29, 2009 09:00 ET (13:00 GMT)
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