15.06.2012 18:44
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UPDATE: Infineon soll deutlich mehr wegen Qimonda-Pleite zahlen

   --Qimonda-Insolvenzverwalter erhöht Forderung von 1,71 auf 3,35 Milliarden Euro

   --Infineon sieht Ansprüche als ungerechtfertigt an

   --Infineon-Aktienkurs rutscht zunächst deutlich ab, erholt sich aber rasch wieder

(Neu: Weitere Details, Marktreaktion) Von Matthias Goldschmidt Der Chiphersteller Infineon soll für die Pleite seiner ehemaligen Tochtergesellschaft Qimonda deutlich mehr bezahlen. Der Qimonda-Insolvenzverwalter hat seine ursprüngliche Forderung vom Februar gegen Infineon beim Amtsgericht München auf mindestens 3,35 Milliarden Euro plus Zinsen nahezu verdoppelt.

   Bei dem Streit geht es um den Wert des Speicherchipgeschäfts, das Infineon bei der Gründung über eine Kapitalerhöhung als Sacheinlage in Qimonda einbrachte. Der Insolvenzverwalter begründet seine Forderungen weiterhin damit, dass der Wert der damals eingebrachten Geschäftsbereiche nicht nur zu hoch angesetzt war, er sei sogar negativ gewesen. Die Differenz zwischen dem behaupteten und dem tatsächlichen Wert soll nun von Infineon beglichen werden.

   Beide Parteien hätten vom Gericht bis Mitte Juni Zeit bekommen, ihre Positionen zu überprüfen, sagte ein Infineon-Sprecher Dow Jones Newswires. Der Insolvenzverwalter habe nun einen neuen Schriftsatz mit der erhöhten Forderung eingereicht. Der DAX-Konzern sieht auch diese nicht als gerechtfertigt an und verweist auf seine Position von vor vier Monaten.

   Seinerzeit hatte Infineon unter anderem auf zwei Wertgutachten hingewiesen, die in Vorbereitung der Kapitalerhöhungen bei Qimonda von zwei unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften angefertigt wurden. Infineon hat nach eigenen Angaben die Werthaltigkeit der Sacheinlage gemeinsam mit Wirtschaftsprüfern nochmals geprüft. Der Konzern will sich gegen die Ansprüche wehren und ist zuversichtlich, auch Recht zu bekommen.

   Infineon hatte das volatile Speicherchipgeschäft im Jahr 2006 an die Börse gebracht und sich später weiter daraus zurückgezogen. Für Infineon war der Rückzug aus dem Geschäft ein Erfolg, nicht jedoch für die ehemalige Tochter. Im Jahr 2009 führten der massive Preisverfall in der Chipindustrie und die Verschlechterung beim Zugang zu Finanzierungen zur Insolvenz von Qimonda.

   In einer ersten Reaktion sackte der Infineon-Aktienkurs am Freitag kurz vor Handelsschluss von 5,97 Euro um rund 2 Prozent ab. Kurz danach berappelte sich das Papier und ging mit 5,93 Euro 0,4 Prozent leichter als am Vortag aus dem Handel.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/mgo/bam

   (END) Dow Jones Newswires

   June 15, 2012 12:12 ET (16:12 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 12 PM EDT 06-15-12

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