07.08.2013 10:40
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UPDATE: Kartellstrafe und schwache Konjunktur lasten auf Brenntag

DRUCKEN

   --Konkretisierte, aber verhaltene Jahresprognose

   --Überraschend deutlicher Gewinnrückgang im zweiten Quartal

   --Rückstellung von rund 17 Millionen Euro für eine Kartellstrafe

   (Durchgehend neu)

   Von Heide Oberhauser-Aslan

   Brenntag bleibt in schwierigem Fahrwasser. Der Chemiedistributeur leidet weiter unter der anhaltenden Wirtschaftsschwäche. Zusätzlich wird der Gewinn in diesem Jahr von einer Kartellstrafe belastet, für die der MDAX-Konzern im zweiten Quartal weitere bilanzielle Vorsorge treffen musste.

   Nach einem schwachen Jahresauftakt fiel nun auch das zweite Quartal mit einem überraschend deutlichen Gewinnrückgang enttäuschend aus. Und Besserung ist nicht in Sicht. Brenntag rechnet derzeit nicht damit, dass sich das allgemeine Umfeld in diesem Jahr wesentlich verbessern wird. Dementsprechend verhalten fällt die nun konkretisierte Jahresprognose aus.

   Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten soll das operative EBITDA in einer Bandbreite von 710 bis 735 Millionen Euro liegen, nach 717 Millionen Euro im Vorjahr. Von der bisherigen Prognose, 2013 ein Wachstum bei allen relevanten Ergebnisgrößen zu erreichen, ist der Konzern jetzt abgerückt.

   Für das zweite Quartal musste der Konzern einen überraschend deutlichen Gewinnrückgang vermelden. Trotz der Umsatzsteigerung von gut 2 Prozent auf 2,54 Milliarden Euro brach das Nettoergebnis um 15 Prozent auf 68,7 Millionen Euro ein. Das operative EBITDA, auf deren Basis Brenntag seine operativen Bereiche steuert, ging um 8,3 Prozent auf 169,1 Millionen Euro zurück, was vor allem einem Rückgang in Lateinamerika geschuldet war. Stark belastet wurde der Gewinn zudem von einer erneuten Rückstellung von rund 17 Millionen Euro für eine Kartellstrafe in Höhe von 48 Millionen Euro in Frankreich.

   Das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr wurde im Mai in Frankreich mit der Kartellstrafe belegt. Grund dafür waren angebliche Wettbewerbsverstöße einer französischen Tochtergesellschaft im Zeitraum 1998 bis 2005. Mit der neuen Rückstellung im zweiten Quartal habe der Konzern nun ausreichend Vorsorge für die Kartellstrafe getroffen, sagte ein Unternehmenssprecher.

   Analysten und Marktteilnehmer zeigten sich enttäuscht, die Aktie gab am Vormittag um 5,7 Prozent nach. Brenntag habe die ohnehin schon niedrigen Konsensschätzungen verfehlt, erklärten Analysten der DZ-Bank. Überdies habe der EBITDA-Ausblick enttäuscht. Die Konsensschätzungen dürften um mittlere einstellige Prozentsätze nach unten revidiert werden, vermuten die Analysten. Sie halten zwar die langfristigen Wachstumsaussichten des Unternehmens unverändert für intakt, sehen kurzfristig aber keine positiven Impulse für die Aktie aus der operativen Entwicklung von Brenntag kommen.

   Kontakt zur Autorin: heide.oberhauser@dowjones.com

   DJG/hoa/brb

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   August 07, 2013 04:09 ET (08:09 GMT)

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