28.05.2013 15:05
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UPDATE: Libor und Euribor laut BaFin weiter anfällig für Manipulation

   --Ermittlungen der BaFin haben bislang keine systematische Manipulation bei Zinssätzen ergeben

   --Problem beschränkt sich auf einzelne Händler

   --Ermittlungen der BaFin werden auf Grund personeller Engpässe noch etwas andauern

   --Basisuntersuchungen bei allen Banken abgeschlossen, weitere Sonderprüfungen möglich

   (NEU: Details, Hintergrund)

   Von Alexandra Edinger

   BONN--Bei den Referenzzinssätzen Libor und Euribor besteht weiterhin Manipulationsgefahr. Davon geht die deutsche Finanzaufsicht BaFin aus - und das, obwohl sie längst alle an der Festlegung der beiden Zinssätze beteiligten deutschen Banken aufgefordert hat, für organisatorische Mindeststandards zu sorgen, wie BaFin-Chefin Elke König auf der Jahrespressekonferenz sagte. Mittelfristig führe daher kein Weg an alternativen Berechnungsmethoden für die beiden Referenzzinssätze vorbei.

   Den Zinssatz Eonia schloss König bei ihrer Kritik explizit aus. Dessen Berechnungen liegen bereits reale Transaktionen zu Grunde. Und genau dies ist die Basis, die die BaFin-Chef auch gerne für die Festlegung der Libor- und Euribor-Zinssätze sehen würde.

   Die Ermittlungen der BaFin im Zinsskandal haben laut König bislang keine Hinweise darauf ergeben, dass Libor und Euribor in Deutschland systematisch manipuliert wurden. Das Problem scheine sich eher auf einzelne Händler zu beschränken. Schwächen in der Organisation hätten die Manipulationen möglich gemacht. Allerdings liegen die endgültigen Ergebnisse der Sonderprüfung noch nicht vor.

   Aktuell werden die Ergebnisse der Sonderprüfung bei der Deutschen Bank ausgewertet. Auch weitere Sonderprüfungen könnte die BaFin durchaus noch anstrengen. Wie Peter Lutz, Leiter Grundsatzabteilung Bankenaufsicht bei der BaFin, erläuterte, gibt es jedoch personelle Engpässe. Aus diesem Grund arbeite die BaFin die Untersuchungen nach und nach ab. Grundsätzlich wurden aber bereits alle Banken, die an der Ermittlung der beiden Referenzzinssätze beteiligt sind, einer Basisüberprüfung unterzogen.

   Wann die Aufsicht einen Schlussstrich unter die Ermittlungen ziehen und ein endgültiges Ergebnis vorlegen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. "Die Ermittlungen brauchen so lange, wie sie eben brauchen", sagte Lutz.

   Aufsichtsbehörden prüfen seit Monaten weltweit mit Hochdruck, inwieweit Händler die Referenzzinssätze Libor und Euribor in einer Höhe angegeben haben, die der Bank dienlich war. Zu den Instituten, gegen die ermittelt wird, gehören neben der Deutschen Bank auch die Citigroup, Credit Suisse, HSBC, UBS und die inzwischen von Markt verschwundene Landesbank WestLB, deren Rechtsnachfolgerin Portigon im Fall der Fälle für Verfehlungen gerade stehen muss.

   Der Zinsskandal gehört zu den größten der Finanzgeschichte. Weltweit sollen sich Händler verschiedener Institute abgesprochen haben, um sich durch die Beeinflussung der Referenzzinssätze für internationale Bankgeschäfte einen Vorteil zu verschaffen. Allein in die Manipulation des Libor-Zinssatzes sollen 16 Banken involviert gewesen sein. Die britische Bank Barclays hatte im vergangenen Jahr rund 450 Millionen US-Dollar - etwa 350 Millionen Euro - gezahlt, um den Streit mit den Aufsichtsbehörden beizulegen.

   Auf Basis der Referenzzinssätze Libor und Euribor werden an den internationalen Märkten Geldgeschäfte in Billionenhöhe abgewickelt. Sowohl Unternehmen als auch auf Privatpersonen sind von ihrer Festlegung betroffen, da die Zinssätze die Grundlage etwa zur Berechnung von Krediten für den Hausbau bilden. Für die beteiligten Händler war die Manipulation ein lohnendes Geschäft: Je mehr Gewinne sie für ihre Bank einfuhren, desto höher fielen ihre Provisionen aus.

   (Mitarbeit: Eyk Henning und Madeleine Nissen)

   Kontakt zur Autorin: alexandra.edinger@wsj.com

   DJG/aed/brb

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