(NEU: Zusammenfassung, Weitere Aussagen Management)
Von Martin Rapp
Dow Jones NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Handelskonzern METRO hat in den ersten drei Monaten 2010 bei Umsatz und Ergebnis zugelegt. Neben der konjunkturellen Erholung haben dazu auch das in diesem Jahr frühere Ostergeschäft und positive Währungseffekte beigetragen, wie das Düsseldorfer DAX-Unternehmen am Freitag mitteilte. Metro rechnet folglich weiterhin mit Umsatz- und Ergebniszuwachs in diesem Jahr.
Der Konzern steigerte den Angaben zufolge die Erlöse von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3% auf 15,5 Mrd EUR. Auf Basis konstanter Wechselkurse hätte der Anstieg nur 1% betragen. Im Gegensatz zum nun gezeigten Wachstum waren die Erlöse 2009 noch in jedem Quartal rückläufig gewesen.
Die Metro AG verwies auf die wirtschaftliche Erholung in Westeuropa und Asien. In Osteuropa zeigten die Märkte dagegen weiterhin eine sehr verhaltene Entwicklung. Vor allem das Geschäft abseits von Lebensmitteln sei dort anhaltend schwach, sagte Vorstandsvorsitzender Eckhard Cordes.
Mit dem Umsatzwachstum erhöhte sich auch das Ergebnis. Metro bezifferte das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 136 Mio EUR, was einem Zuwachs um fast 56% entspricht. Das Effizienzprogramm "Shape 2012" habe dazu maßgeblich beigetragen. Auch unter Einbeziehung der dadurch angefallenen Einmalkosten erhöhte sich das EBIT auf 117 Mio von 54 Mio EUR.
Finanzvorstand Olaf Koch bezifferte die positiven Effekte durch "Shape" auf 84 Mio EUR, die mehrheitlich aus Kostensenkungen stammten. Der Konzern will bis 2012 durch niedrigere Kosten und höhere Produktivität das Ergebnis um 1,5 Mrd EUR verbessern. Allein in diesem Jahr soll das Programm für eine Ergebnisverbesserung um weitere 300 Mio EUR sorgen, nachdem bereits 2009 ein Vorteil von gut 200 Mio EUR herausgesprungen war. Die Kosten dafür gab Koch mit 170 Mio EUR in diesem Jahr nach 350 Mio EUR im Jahr zuvor an.
Im traditionell schwachen Auftaktquartal gelang es Metro, den Verlust unter dem Strich zu begrenzen. Der Nettoverlust verringerte sich auf 16 Mio EUR, was einem Ergebnis je Aktie von minus 0,05 EUR entspricht. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Nettoverlust von 98 Mio EUR verbucht.
Cordes zeigte sich optimistisch. "Das Schlimmste der Wirtschaftskrise scheint in einigen Ländern überwunden. Die Lage bleibt zwar fordernd, aber wir sehen konjunkturell einen ersten Silberstreif am Horizont", wurde er in der Mitteilung zitiert. Allerdings begründe die Fragilität auch ein gewisses Maß an Vorsicht, erklärte Cordes. "Deshalb haben wir der Versuchung widerstanden, von unseren Ergebnisaussichten ein positiveres Bild zu zeichnen", sagte der Manager.
Mittelfristig hat sich Metro zum Ziel gesetzt, den Umsatz um jährlich mehr als 6% zu steigern. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll dabei um mehr als 10% zulegen. In diesem Jahr sollen die Zuwächse aber noch nicht die Zielmarken erreichen. Der Konzern hat lediglich höhere Erlöse und ein spürbar verbessertes bereinigtes EBIT in Aussicht gestellt. Bei den Mitte März auf der Bilanzpressekonferenz getroffenen Aussagen bleibt es vorerst, auch wenn Analysten nach einer Anhebung gefragt hatten.
Auf dem Heimatmarkt ging der Umsatz im ersten Quartal leicht auf 6,2 Mrd EUR zurück, was Metro mit dem Wegfall von Standorten begründete. Im Auslandsgeschäft wuchsen die Erlöse dagegen um 4,4%, wofür zur Hälfte die Schwankungen der Wechselkurse verantwortlich waren. Diese machten sich insbesondere in Osteuropa bemerkbar, wo das Umsatzplus von 5% auf 3,7 Mrd EUR bei konstanten Devisenkursen einem Minus von 1% entsprochen hätte.
Das Großhandelssegment Cash & Carry zeigte insgesamt ein Umsatzminus von 0,6% auf 7,0 Mrd EUR. Auf Basis gleicher Wechselkurse wäre der Rückgang größer gewesen, gab Metro an, jedoch nicht so hoch wie die 2009 ausgewiesenen Negativraten. Auch die Supermärkte von Real und der Handel mit Elektroartikeln durch Media Markt und Saturn weiteten ihr Geschäft aus, wobei hierbei die Währungsschwankungen und die Eröffnung neuer Läden halfen.
Besonders erfreut zeigte sich das Metro-Management über die Entwicklung bei der Warenhaussparte Galeria Kaufhof. Diese steigerte den Umsatz flächenbereinigt um 2,9%, was das höchste Wachstum seit 2004 gewesen sei.
Eventuellen Nachfragen, ob die zum Verkauf stehende Tochter mit ihrer Entwicklung nun vielleicht doch im Konzern verbleiben könnte, trat Cordes von sich aus entgegen. Die Kaufhof-Kette bilde trotz ihrer Attraktivität keinen Teil des Kerngeschäfts mehr, sagte er erneut. Die Fokussierung der Sparte auf Deutschland passe nicht zur Internationalisierungsstrategie des Konzerns.
Dieser hatte vor zwei Jahren das Warenhausgeschäft als "nicht-strategisch" definiert. Ein möglicher Verkauf wurde aufgrund der sich damals schon abzeichnenden Wirtschaftskrise zwischenzeitlich auf Eis gelegt und auch eine von Metro gewünschte Zusammenlegung mit Warenhäusern der mittlerweile insolventen Arcandor-Tochter Karstadt kam nicht zustande.
Mittlerweile wirbt Metro aber wieder offensiver um einen Verkauf der Kette, die 2009 bei einem Umsatz von 3,5 Mrd EUR ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 119 Mio EUR erzielte. Den Preis, den ein Investor für Kaufhof zahlen müsste, hat Cordes nun öffentlich erstmals beziffert. Der faire Wert für das Geschäft samt Immobilien liege zwischen 2 Mrd und 3 Mrd EUR, sagte er.
Webseite: www.metrogroup.de
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April 30, 2010 07:32 ET (11:32 GMT)
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