--Nettogewinn im 4. Quartal um ein Drittel höher
--Deutlich erhöhtes Kapitalanlageergebnis trotz Abschreibungen stützt
--Dividende bleibt trotz hoher Schadenbelastung bei 6,25 Euro
--Gewinn 2012 wieder auf Niveau vor jüngstem Katastrophenjahr
(Neu mit weiteren Details)
Von Jörn Rehren
Dow Jones NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Munich Re hat die hohen Schadenbelastungen durch ein kräftig gestiegenes Kapitalanlageergebnis mehr als ausgleichen können und den Gewinn im vierten Quartal gesteigert. Der Konzernüberschuss kletterte um ein Drittel auf rund 630 Millionen Euro und lag damit rund 100 Millionen Euro über den Erwartungen der Analysten.
Die Kapitalanlagen erbrachten mit 1,9 Milliarden Euro gut 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Analysten halfen dabei jedoch vor allem Realisierungen von Anlagegewinnen, das Anlageergebnis an sich habe eher enttäuscht. Dennoch übertraf das Ergebnis die Schätzungen der Analysten, obwohl die Münchener nochmals Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen von rund 200 Millionen Euro vorgenommen haben.
Im Gesamtjahr verdiente der weltweit größte Rückversicherer mit rund 710 Millionen Euro nur gut ein Viertel des Ergebnisses von 2010. Grund sind die höchsten Schäden aus Naturkatastrophen, die die Münchener jemals in ihrer Geschichte verkraften mussten. Insgesamt waren es 4,5 Milliarden Euro, rund drei Mal so viel wie im Jahr zuvor. Im vierten Quartal kamen allein wegen der Überschwemmungen in Thailand nochmals rund 500 Millionen Euro hinzu.
"Ein Jahr wie 2011 haben wir noch nicht erlebt", sagte Finanzvorstand Jörg Schneider mit Verweis auf extreme Belastungen durch Naturkatastrophen und die Finanzkrise. Der ausgewiesene Gewinn sei vor diesem Hintergrund "beachtlich". Auch die Aktionäre sollen davon profitieren. Die Dividende bleibt, auch wegen der soliden Kapitalausstattung, stabil bei 6,25 Euro. "Unsere Aktionäre sollen an der ... Widerstandskraft unserer Gruppe teilhaben", sagte Schneider.
Das Versicherungsgeschäft selbst lief im vierten Quartal durchwachsen: Die Bruttoprämien stiegen zwar etwas stärker als erwartet um gut acht Prozent auf 12,4 Milliarden Euro. Die Schaden-Kosten-Quote lag mit 101,8 Prozent - fast sechs Prozentpunkte über dem Vorjahr - dagegen überraschend hoch.
Für das laufende Jahr ist die Munich Re wieder positiv gestimmt. In der Erneuerungsrunde zum 1. Januar, bei der rund die Hälfte des Nicht-Leben-Rückgeschäfts verhandelt wurden, hat sie Preissteigerungen von rund zwei Prozent durchsetzen können. Das liegt etwas unter dem Niveau der Hannover Rück, die in dieser Woche Preisanstiege von drei bis sechs Prozent verkündet hatte.
Für die weiteren Erneuerungsrunden in diesem Jahr erwartet der Münchener Branchenprimus ebenfalls steigende Preise, vor allem in den schadenbetroffenen Regionen in Japan und Australien.
Der Gewinn in diesem Jahr soll bei normalem Schadenverlauf und ohne gravierende Kapitalmarktbewegungen wieder auf dem Niveau von 2010 liegen. Damals verdiente die Munich Re rund 2,4 Milliarden Euro.
Am Markt kommen die Zahlen gut an. "Bedenkt man, dass auch 200 Millionen Euro zusätzlich auf die Griechen abgeschrieben wurden und es ein absolutes Katastrophenjahr war, sind die Zahlen sogar noch stärker zu werten", sagte ein Händler.
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires;
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February 02, 2012 03:39 ET (08:39 GMT)
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