--Oracle will gesenkte Strafe gegen SAP nicht akzeptieren
--In neuem Verfahren sollen tatsächlich entstandene Schäden ermittelt werden
Von Ben Worthen und Jörn Rehren
THE WALL STREET JOURNAL
REDWOOD SHORES (Dow Jones)--Der bittere Rechtsstreit zwischen Oracle und SAP um den Diebstahl geistigen Eigentums geht in eine neue Runde. Der US-Softwarekonzern Oracle lehnt die von einem kalifornischen Gericht auf 272 Millionen Dollar gesenkte Strafe gegen SAP ab. Damit kommt es nun zu einem weiteren Prozess, in dem die Oracle tatsächlich entstandenen Schäden bestimmt werden sollen.
SAP zeigte sich enttäuscht, dass Oracle eine weitere Gelegenheit verpasst habe, den Streit beizulegen. "Wir werden weiter daran arbeiten, den Fall zu einem fairen und vernünftigen Ende zu bringen", sagte ein Sprecher.
Hintergrund des Streits sind Urheberrechts-Verletzungen des IT-Dienstleisters TomorrowNow. Das 2005 von SAP übernommene Unternehmen hatte illegal Daten von Oracle-Computern heruntergeladen. Eine US-Jury verhängte daraufhin im November 2010 auf der Basis hypothetisch entstandener Schäden die Rekordstrafe von 1,3 Milliarden Dollar gegen die Walldorfer Softwareschmiede.
SAP setzte sich zur Wehr und bekam im vergangenen September vor einem Bezirksgericht in Kalifornien insofern recht, als nur tatsächlich von Oracle erlittene Schäden berücksichtigt werden dürften. Der Richter senkte die Strafe deshalb auf 272 Millionen Dollar. Oracle hatte nun die Wahl, diese Entschädigungssumme zu akzeptieren oder den tatsächlichen entstandenen Schaden in einem neuen Gerichtsverfahren nochmals zu verhandeln. Oracle entschied sich für Letzteres und erklärte in einer Einreichung, das ursprüngliche "Urteil der Jury verteidigen" zu wollen.
SAP hatte sich zur Verantwortung für den Datendiebstahl der früheren Tochter bekannt. Im vergangenen September hatte der größte europäische Softwarekonzern bereits im strafrechtlichen Verfahren mit den US-Behörden eine Vergleich über 20 Millionen Dollar akzeptiert. In seiner Bilanz hat der DAX-Konzern die zuletzt verhängte Strafe zurückgestellt.
-Von Ben Worthen, The Wall Street Journal, und Jörn Rehren, Dow Jones Newswires,
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February 07, 2012 04:03 ET (09:03 GMT)
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