02.02.2013 18:16
Bewerten
(0)

RWE tritt noch kräftiger auf die Kostenbremse - Zeitung

DRUCKEN

   -- RWE will Investitionen noch weiter zurückfahren

   -- Investitionen 2014 und 2015 auf dem Prüfstand

   -- Finanzvorstand rechnet im ersten Halbjahr mit Einigung mit Gazprom

   (NEU: Aussagen zu bevorstehender Einigung mit Gazprom)

   Von Klaus Brune

   Deutschlands zweitgrößter Stromversorger will noch kräftiger auf die Kostenbremse drücken: Der Essener Stromkonzern RWE erwägt laut Finanzchef Bernhard Günther tiefergehende Einschnitte bei den geplanten Investitionen der beiden kommenden Jahre.

   Vor wenigen Tagen kündigte schon Deutschlands Branchenprimus EON an, sich angesichts des schwierigen Marktumfelds bei künftigen Investitionen auf Wachstumsfelder zu konzentrieren. Jetzt kündigte der seit Jahresbeginn amtierende Finanzvorstand Berhard Günther in einem Interview mit der Börsen-Zeitung an, die geplanten Investitionen bei RWE noch unter das zuletzt genannte Ziel von vier bis fünf Milliarden Euro pro Jahr drücken zu wollen.

   Wir benötigen jedes Jahr 2 bis 2,5 Milliarden Euro für den laufenden Betrieb, also Instandhaltungsinvestitionen in Tagebau, Kraftwerke und Netze. Alles, was darüber hinausgeht, sind disponible Investitionsprojekte, und die sind grundsätzlich immer zu hinterfragen", so der Finanzvorstand gegenüber der Zeitung.

   Ein Blick auf die Vergangenheit verdeutlicht die Größenordnung der geplanten Maßnahmen. In der Vergangenheit investierte RWE rund sechs Milliarden Euro jährlich. Nach der im November vorgestellten Langfristplanung sollen es künftig eher vier bis fünf Milliarden Euro sein, nun droht offenbar eine weitere drastische Kürzungsrunde bei den Investitionen.

   Die Investitionen für das laufende Jahr sind dabei bereits weitgehend fix, so Günther. Aber für die Jahre 2014 und in höherem Maße auch 2015 sind die Ausgaben, die über den 2,5 Mrd Euro Sockelbetrag hinausgehen, noch disponibel. Wir denken über weitere Einschnitte bei den Investitionen nach und schauen uns die bisherigen Planungen noch einmal ganz genau an." Details nannte er keine.

   Die gesamte Branche leidet unter einer paradoxen Situation. Während Verbraucher wegen der Umlagen für Erneuerbare Energien immer mehr für die Kilowattstunde Strom berappen müssen, sinken die Großhandelspreise wegen der schwächelnden Nachfrage vor allem in Südeuropa. Branchenprimus Eon warnte daher diese Woche bereits, der Konzerngewinn im laufenden Jahr könnte niedriger ausfallen und stellte Investitionen auf den Prüfstand.

   Die deutschen Konzerne leiden besonders unter den Folgen der Energiewende. Ihre nur bei Dauerbetrieb rentablen Gas- und Kohlekraftwerke sind wegen des Überangebots und der bevorzugten Einspeisung von regenerativer Energie immer seltener am Netz.

   Ihre Aktionäre wollen beide Konzerne dennoch weiterhin glücklich machen. Nachdem Eon bereits angekündigt hat, künftig 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Gewinns an die Aktionäre zu verteilen und für 2012 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie zu zahlen, verspricht auch RWE-Finanzchef Günther eine stabile Dividende: Erst wenn über die Kosten- und Investitionskürzungen nichts mehr zu holen sei, könne auch eine niedrigere Dividende ein Thema werden.

   Es gebe jedenfalls keinen Grund, vom bisherigen Ausblick abzuweichen, so der RWE-Finanzvorstand. Im laufenden Jahr werde ein Sondereffekt das Ergebnis bei RWE verschönern. Beim laufenden Streit mit dem russischen Energieriesen Gazprom über die Gaslieferverträge rechnet Günther mit einer raschen Einigung. "Wir rechnen damit, dass es zu einer Lösung in der ersten Jahreshälfte kommt." Dabei rechnet RWE mit Kompensationszahlungen ab dem Frühjahr 2010. "Bei der Kompensation von Gazprom geht es also nicht um Kleingeld, sondern um eine substantielle Summe, die wir erwarten können," so Günther gegenüber der Börsen-Zeitung.

   RWE muss bei den längerfristigen Gaslieferverträgen für den Bezug des russischen Gases mehr zahlen als das Unternehmen seinen eigenen Kunden wegen der inzwischen gefallenen Spotmarktpreise berechnen kann. In den Verhandlungen mit Gazprom geht RWE dabei zweigleisig vor: Zum einen trifft man sich mit Gazprom vor einem Schiedsgericht, zum anderen setzt man in direkten Gesprächen auf eine aussergerichtliche Einigung.

   Kontakt zum Autor: klaus.brune@dowjones.com

   DJG/kgb

   (END) Dow Jones Newswires

   February 02, 2013 11:29 ET (16:29 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 29 AM EST 02-02-13

Anzeige

Nachrichten zu RWE AG (spons. ADRs)

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu RWE AG (spons. ADRs)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
Keine Analysen gefunden.
mehr Analysen

Melden Sie sich jetzt an!

Gold, Öl und Industriemetalle erleben ein Comeback: Kupfer legte beispielsweise seit Jahresbeginn über 20 Prozent zu. Welche Einstiegschancen sich nun ergeben, erfahren Sie im Online-Seminar am 19. Dezember.
Hier zum Rohstoff-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018

Nicht verpassen: Am 4. Januar Live-Webinar mit einer Analyse der langfristigen Chartbildern von Zinsen, EUR/USD, Rohstoffen und Aktien. Exklusiv für den Börse Stuttgart Anlegerclub.
Kostenfrei registrieren und dabei sein!

RWE Peer Group News

Keine Nachrichten gefunden.

Heute im Fokus

DAX geht grün ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Bitcoin: Neues Rekordhoch -- H&M-Aktie stürzt ab -- Airbus-Konzernchef Enders geht 2019 -- Oracle, HelloFresh, Merck KGaA, VW im Fokus

Luxemburg klagt gegen EU-Steuernachforderung an Amazon. EU strebt schnelle Fortschritte bei Bankenunion und ESM an. Tui verstärkt sich im Kreuzfahrtgeschäft. Ryanair wirft bei Fluggesellschaft Niki Hut in den Ring. Ripple marschiert auf Platz drei der größten Kryptowährungen. Steinhoff bekommt Hilfe von Tochter Steinhoff Africa Retail. Gemalto offenbar doch bereit zu Übernahmegesprächen mit Atos. CropEnergies verdient im dritten Quartal weniger.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Konjunktur/Wirtschaft
20:46 Uhr
Gute Perspektiven für Europa-Immobilien
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Daimler AG710000
Steinhoff International N.V.A14XB9
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
BMW AG519000
EVOTEC AG566480
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
RWE AG St.703712
Allianz840400
Amazon906866
Deutsche Telekom AG555750
adidas AGA1EWWW