(NEU: Aussagen RWE-Sprecherin, Hintergrund)
Von Michael Lechner und Martin Rapp
Dow Jones NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Energiekonzern RWE wird sein Ferngasnetz später als geplant zum Verkauf stellen. "Wir gehen momentan davon aus, den Verkaufsprozess im dritten Quartal starten zu können", sagte eine Sprecherin des Essener Unternehmens am Dienstag zu Dow Jones Newswires. Mit der niederländischen Gasunie ist ein Interessent schon ausgeschieden.
Bislang sollte die Ansprache möglicher Investoren im ersten Halbjahr erfolgen. Die Sprecherin der RWE AG machte noch ausstehende Entscheidungen der Bundesnetzagentur für die Verzögerung verantwortlich. "Die Erlösobergrenzen wurden noch nicht festgelegt", sagte sie. Ohne diese Entscheidung können die Kaufinteressenten die künftigen Erträge des Gasnetzes nicht kalkulieren.
Gasunie hat derweil sein Interesse an dem unter Thyssengas firmierenden Leitungsnetz verloren. "Wir sind nicht mehr länger Teil und Partner des Bieterkonsortiums deutscher Stadtwerke und müssen uns leider aus dem Verkaufsprozess um die Thyssengasnetze zurückziehen", sagte Jens Schumann, Vorstandsvorsitzender der Gasunie Transport Services Deutschland, am Rande der Dow Jones Konferenz Gasmarkt 2010.
Schumann nannte die strenge Regulierung in Deutschland als Grund für den Rückzug. Das deutsche Regulierungsumfeld gebe nur unzureichende Sicherheiten und Anreize für Investitionen, sagte Schumann. So lägen die zu erwartenden Renditen aus dem Netzgeschäft in Deutschland deutlich unter denen vieler EU-Nachbarländer.
Gasunie war Teil eines Bieterkonsortiums mit rund 30 Stadtwerken. Auch die Bayerngas GmbH, die süddeutschen Kommunalversorgern um die Stadtwerke München gehört, ist an Thyssengas interessiert. Brancheninsider signalisierten auf der Konferenz, dass die Entscheidung Gasunies erhebliche Auswirkungen auf den Preis für das RWE-Netz haben könnte. Derzeit sei ein Preis über 6OO Mio EUR für das Netz kaum noch durchsetzbar, schätzte ein Insider.
Im Juni 2008 hatte RWE der Europäischen Kommission angeboten, ihr Fernleitungsnetz mit einer Gesamtlänge von rund 4.000 km zu verkaufen, sofern damit ein langwieriges Wettbewerbsverfahren zu vermeiden wäre. Im März hatte die EU-Behörde das Angebot akzeptiert und das Verfahren wegen möglicher Wettbewerbsverstöße im deutschen Gasmarkt beendet.
Webseiten: www.rwe.com
www.thyssengas.com
www.gasunie.nl
-Von Michael Lechner und Martin Rapp , Dow Jones Newswires;
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March 23, 2010 12:28 ET (16:28 GMT)
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