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30.11.2011 11:24

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UPDATE: S&P trübt mit Rating-Abstufungen Stimmung für Banken ein

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-- S&P senkt Bonitätseinstufung von 15 der 37 größten Banken -- Neubewertung im Vorfeld klar kommuniziert -- Bankenaktien reagieren moderat negativ (Durchgehend neu)

   FRANKFURT (Dow Jones)--Obwohl bereits seit einigen Wochen angekündigt geht die Bonitätsabwertung von 15 globalen Banken durch die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) nicht spurlos am Bankensektor vorbei. Mit einem Minus von 1,1% ist der europäische Bankensektor am Mittwochvormittag einer der schwächsten Sektoren. Auch in Japan verloren Bankenaktien am Mittwoch leicht überdurchschnittlich an Boden; für die Kurse der großen Häuser ging es um rund 1% nach unten.

   S&P stufte am Dienstag nach US-Börsenschluss weltweit 15 der größten 37 Geldhäuser herab und wird in den kommenden Monaten weitere Neubewertungen folgen lassen. Die Ratingagentur hatte bereits Anfang November angekündigt, den Veränderungen in der Bankenwelt bei seinen Bonitätsbewertungen verstärkt Rechnung tragen zu wollen. Erst jüngst hatte Moody's eine Herabstufung zahlreicher Banken mit ähnlich lautenden Argumenten in Aussicht gestellt.

   Die S&P-Ratings sollen zudem transparenter und besser vergleichbar werden. Bei der Durchführung der Änderungen habe man keine Rücksicht nehmen können auf die derzeitigen Marktverwerfungen, sagte Craig Permelee, Managing Director bei S&P. Den Ausgang für die Veränderungen in der Bankenlandschaft sieht die Agentur vor allem bei den Regierungen, etwa bei deren Unterstützung für strauchelnde Institute oder beim regulatorischen Umfeld.

   So hatte S&P in der Vergangenheit Ratings angehoben, wenn es sich abzeichnete, dass ein Institut im Krisenfall gerettet werden würde. Außerdem spielte für die Ratings die Bonitätsbewertung des jeweiligen Landes eine größere Rolle. Seit der Herabstufung der USA im Sommer ist aber auch das Abstufungsrisiko für die US-Banken höher geworden.

   Den vorläufigen S&P-Untersuchungen zufolge sollen 60% der Ratings unverändert bleiben, knapp 20% der beobachteten Banken würden voraussichtlich um eine Stufe hoch- und 15% um eine Stufe heruntergenommen. Weniger als 5% dürften um zwei oder mehr Stufen gesenkt werden. In der ersten Runde wurden nun neben den 15 Herabstufungen, 20 Häuser unverändert bewertet, während die beiden chinesischen Banken Bank of China und China Construction Bank hochgestuft wurden.

   Unter den neuen Kriterien mussten nun auch prominente US-Institute wie J.P. Morgan Chase, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo Abstufungen hinnehmen. Darüberhinaus wurden auch die Bewertungen der Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley herabgesetzt, was S&P mit dem höheren Risiko des Investment-Geschäfts im Vergleich zum traditionellen Bankgeschäft begründete.

   Von den Betroffenen hat sich die Citigroup bereits zu Wort gemeldet. "Das revidierte Rating gibt nicht korrekt die signifikanten Fortschritte wider, die die Citigroup über die vergangenen drei Jahre gemacht hat", beklagte ein Sprecher.

   Analysten sehen dies teils ähnlich. Nomura betont, die Abstufungen seien im Vorfeld klar avisiert worden, so dass die Auswirkungen auf die Aktien- und Kreditmärkte gering bleiben dürften. Außerdem hätten sich die meisten Banken auf derlei Bonitätsabwertungen vorbereitet, beispielsweise indem sie Liquiditätspuffer aufgebaut und Refinanzierungen vorgezogen hätten.

   Oriel zufolge dürften die abgestuften Barclays und HSBC allenfalls minimal leiden. Die Kurse beider Aktien spiegelten das schwächere Refinanzierungsumfeld in der Eurozone bereits wieder und daran werde die jüngste Abstufung nichts ändern, betont Analyst Mike Trippitt. Die Experten von Shore Capital betonen, dass Bonitätsabwertungen immer etwas hinterherhinkten, wenn es darum gehe, die Ausblicke der Banken einzuarbeiten.

   Auch im Handel werden die potenziellen Auswirkungen der Abstufungen eher heruntergespielt. Die Herunterstufungen kämen nicht unerwartet, sagen mehrere Händler übereinstimmend. Der daraus eventuell resultierende Abgabedruck dürfte sich in Grenzen halten.

   Barclays, HSBC, RBS und Lloyds verlieren zwischen 1,2% und 1,7% und bewegen sich damit in etwa im Einklang mit dem Bankensektor. In Deutschland verlieren Deutsche Bank und Commerzbank 0,9% bzw 1,7%. Die Deutsche Bank behielt zwar ihr "A+"-Rating, allerdings senkte S&P den Ausblick auf "negativ" von "stabil". Dies werde wahrscheinlich höhere Refinanzierungskosten für die Bank bedeuten, die ihre Refinanzierung für 2011 aber bereits im Spätsommer abgeschlossen habe, kommentieren die Analysten von Silvia Quandt Research. Die Commerzbank behielt ihr "A"-Rating, wie bereits zuvor vermerkt mit einem negativen Ausblick.

-Von Steffen Gosenheimer, Dow Jones Newswires, +49(0)69-29725 200; maerkte.de@dowjones.com (David Benoit, Matthias Rieker und Dan Fitzpatrick haben zu diesem Bericht beigetragen.) DJG/DJN/mgo/jhe/gos (END) Dow Jones Newswires

   November 30, 2011 04:54 ET (09:54 GMT)

   Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 54 AM EST 11-30-11

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