(Technische Wiederholung)
--Siemens ergattert milliardenschweren Auftrag für saudisches Kraftwerk
--Lieferung umfasst Gas- und Dampfturbinen sowie Generatoren
--Siemens profitiert von riesigem weltweiten Energiehunger
--Analysten erwarten in USA kräftiges Wachstum im Turbinengeschäft
(NEU: Hintergrund, Analystenstimmen)
Von Nico Schmidt und Philipp Grontzki
Dow Jones NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Siemens profitiert vom weltweiten riesengroßen Energiehunger und hat einen milliardenschweren Auftrag für ein saudisches Kraftwerk erhalten. Die Order aus Saudi-Arabien hat ein Volumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Geliefert werden dem DAX-Konzern zufolge zwölf Gas- und sechs Dampfturbinen sowie zwölf Generatoren für ein Kombikraftwerk. Die Münchener erhielten zudem einen langfristigen Servicevertrag.
Europas größter Technologiekonzern profitiert nicht nur von der starken globalen Energienachfrage. In Industrieländern stehen außerdem viele Kohle- und Kernkraftwerke vor dem Aus. Experten sehen aus diesem Grund einen Nachfrageschub bei günstigen und effizienten Gaskraftwerken. Auftraggeber der saudischen Order für Siemens ist ein Unternehmen aus dem koreanischen Samsung-Verbund.
Siemens hat bei Gasturbinen inzwischen die Nase vorn
Das Geschäft mit Gasturbinen hat bei Siemens hohe Priorität. "Auf dem Markt für Gasturbinen sehen wir weltweit exzellente Perspektiven", erklärte jüngst Siemens-Chef Peter Löscher auf Anfrage von Dow Jones Newswires. In diesem Jahr werden die Gasturbinenhersteller nach Prognosen von Bernstein weltweit wohl Aufträge im Volumen von rund 64 Gigawatt in ihre Bücher nehmen. Das wäre etwa die Hälfte mehr als noch 2010.
Galt General Electric in der Vergangenheit noch als Platzhirsch bei Gasturbinen, ist Siemens inzwischen ein Konkurrent auf Augenhöhe, sagt etwa Martin Prozesky vom Analysehaus Bernstein im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Der Grund: Während GE den Fokus eher auf seine Finanzsparte gelegt habe, habe Siemens verstärkt in das Gasturbinengeschäft investiert - eine Investition, die sich angesichts des jüngsten Geschäfts mit Saudi-Arabien auszuzahlen scheint.
USA als Wachstumsmarkt
Solche Gasturbinen sind häufig länger als zehn Meter und wiegen mit über 440 Tonnen so viel wie ein vollgetankter Airbus-Superjumbo A380. Sie sind das zentrale Element moderner Gaskraftwerke. In ihnen wird das hineinströmende Erdgas entzündet.
Besonders in den USA rechnen Analysten mit einem kräftigen Wachstum des Turbinen-Geschäfts. Ein Grund dafür: die dortige Umweltpolitik ist mittlerweile stärker auf die Reduzierung des Schadstoffausstoßes aus. In den Vereinigten Staaten sind außerdem viele überalterte Kohlekraftwerke am Netz, die bereits mehr als 40 Jahre auf dem Buckel haben. Zwar ist das Alter eines Kraftwerks nicht per se ein Argument für anstehende Investitionen, der weltweite Trend hin zur Emissionsreduzierung dagegen schon. Mit den neuen konkurrenzfähigen Produkten könnte Siemens seinem Rivalen General Electric auf dessen Heimatmarkt also künftig das Leben schwer machen.
-Von Nico Schmidt und Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires;
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January 11, 2012 11:32 ET (16:32 GMT)
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