19.12.2012 12:08
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UPDATE: Staatsanwaltschaft klagt Ex-Porsche-Vorstände an

   --Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen ehemalige Porsche-Führung

   --Vorwurf: Marktmanipulation

   --Wiedeking und Härter lassen Vorwürfe zurückweisen

   Von Nico Schmidt

   Die gescheiterte Übernahme von Volkswagen hat für den ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nach umfangreichen Ermittlungen wegen des Verdachts auf "informationsgestützte Marktmanipulation" Anklage gegen ehemalige Vorstände der Holding des Sportwagenbauers erhoben.

   Neben Wiedeking wurde auch gegen den früheren Porsche-Finanzvorstand Holger Härter Anklage erhoben. Über ihre Anwälte wiesen Wiedeking und Härter die Vorwürfe laut Agentur dapd als unbegründet zurück.

   Porsche hatte 2008 versucht, die wesentliche größere Volkswagen zu schlucken. Der Deal scheiterte aber aufgrund der Finanzkrise, worauf die Führungsriege um Wiedeking nach einem erbitterten Machtkampf von Bord gehen musste. Porsche wurde später von Europas größtem Autobauer gekauft - seit diesem Jahr ist die Sportwagen-Schmiede vollständig als zwölfte Marke im Riesen-Reich der Wolfsburger integriert.

   Die Stuttgarter hatten die geplante Übernahme seinerzeit mit komplizierten Aktienoptionsgeschäften vorbereitet. Der VW-Aktienkurs schwankte extrem, wodurch viele Anleger hohe Summen verloren.

   Porsche habe im Jahr 2008 falsche Angaben beim Anteilskauf an Europas größtem Autobauer Volkswagen gemacht, heißt es nun von der Staatsanwaltschaft. Zwischen März und Oktober habe das Unternehmen in mindestens fünf öffentlichen Erklärungen eine bereits bestehende Absicht zur Aufstockung seiner VW-Beteiligung auf eine Dreiviertelmehrheit dementiert.

   Der Staatsanwaltschaft zufolge hatten die Porsche-Vorstände aber spätestens im Februar 2008 eben diese Absicht gefasst, um einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag vorbereiten zu können. Die damaligen Dementis hätten Auswirkungen auf den Börsenpreis gehabt, so die Staatsanwaltschaft weiter. Anleger seien zum Verkauf von Volkswagen-Anteilen veranlasst worden.

   Das Landgericht Stuttgart wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Verhandlungstermine entscheiden.

   Eingestellt wurde nach Angaben der Strafverfolgungsbehörde das Ermittlungsverfahren gegen die Beschuldigten hinsichtlich des Vorwurfs der Untreue.

   DJG/ncs/kla

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   December 19, 2012 05:38 ET (10:38 GMT)

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