--Umsatzrückgänge auch in Europa
--Laut Analysten schlägt sich die Telekom aber besser als europäische Konkurrenz
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Von Archibald Preuschat
Hohe Abschreibungen auf ihr US-Geschäft haben der Deutschen Telekom im dritten Quartal einen Milliardenverlust beschert. Aber auch in Europa bestimmen Umsatzverluste das Bild. Analysten heben jedoch hervor, dass sich die Telekom besser schlägt als ihre europäischen Wettbewerber.
Das Sorgenkind T-Mobile USA gewann von Juli bis September netto zwar Kunden hinzu, doch die wertvollen Vertragskunden kehrten der kriselnden US-Tochter weiter zu Hunderttausenden den Rücken. Der durchschnnittliche Umsatz pro Kunde sank somit um 7,4 Prozent auf 42,78 US-Dollar.
Die 160.000 Kunden, die die Telekom in den USA im September-Quartal hinzugewann, haben hauptsächlich Prepaidanschlüsse bzw. solche, die im Großhandel vertrieben werden. Die Zahl der Vertragskunden, deren monatlicher Umsatz bei rund 57 Dollar liegt, ging dagegen um 492.000 zurück.
Doch auch in Europa hat es die Telekom schwer. Hier sank der Umsatz um 5,7%, das bereinigte operative Ergebnis ging um 4,3% zurück. Lichtblicke auf dem alten Kontinent gibt es kaum. Schwierige Marktbedingungen in Ländern wie den Niederlanden, der Tschechischen Republik, Ungarn und Griechenland fordern ihren Tribut. Hinzu kommen Eingriffe von Regulatoren.
Analysten bescheinigen den Bonnern allerdings, dass sie sich vergleichsweise wacker schlagen, besser jedenfalls als ihre europäischen Konkurrenten KPN, France Telecom oder Telefonica.
Im deutschen Heimatmarkt gibt es zumindest keine Verwerfungen: 1,3 Prozent Umsatzrückgang und ein um 2,5% niedrigeres Ergebnis. Analysten merken zudem positiv an, dass der Umsatzrückgang im deutschen Mobilfunkgeschäft fast gestoppt wurde.
Das konnte der Telekom unterm Strich jedoch nicht helfen: Im dritten Quartal summierte sich der Nettoverlust auf 6,9 Milliarden Euro. Dies ist vor allem der 7,4 Milliarden Euro schweren Wertberichtigung für das US-Geschäft geschuldet. Bereinigt um diese Wertberichtigung verdiente der DAX-Konzern netto 926 Millionen Euro.
Fällig wurde die Wertberichtigung wegen der geplanten Verschmelzung der US-Tochter mit dem kleineren Wettbewerber MetroPCS. Rein rechnerisch ergibt sich die Abschreibung aus der Differenz zwischen dem Wert, mit dem T-Mobile USA noch in den Büchern der Bonner steht, und dem ermittelten Wert bei einer Fusion mit MetroPCS. Zwar fließt das Geld nicht physisch aus den Kassen des DAX-Konzerns ab, die Summe zeigt aber, wie stark der ehemalige Wachstumsmotor der Deutschen Telekom mittlerweile stottert.
Noch ist die Transaktion jedoch nicht in trockenen Tüchern. Sowohl die MetroPCS-Aktionäre als auch die Wettbewerbshüter müssen noch ihre Zustimmung geben. Zudem gibt es Befürchtungen, dass der US-Rivale Sprint der Telekom in die Parade fahren und ebenfalls für MetroPCS bieten könnte.
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November 08, 2012 04:43 ET (09:43 GMT)
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