30.01.2013 21:37
Bewerten
(4)

UPDATE: US-Notenbank hält die Geldschleusen offen

   --Fed kauft weiter Anleihen für 85 Milliarden Dollar

   --Ein Ratsmitglied votiert gegen Mehrheitsbeschluss

   --Finanzmärkte reagieren wenig

   (NEU: Weitere Details, Zusammenfassung)

   Von Andreas Plecko

   Die US-Notenbank hält ihre Geldschleusen offen. Im Dezember hatten die Währungshüter entschieden, jeden Monat für 45 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen zu kaufen, bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent sinkt. Derzeit liegt sie bei 7,8 Prozent. Die Notenbank will das Fluten der Märkte nur aussetzen, wenn die Inflation 2,5 Prozent erreicht. Im Dezember lag das von der Federal Reserve bevorzugte Preismaß aber nur bei 1,4 Prozent. Die Geldpolitiker um den Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke beschlossen nun in ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr, den damals eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

   Im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Fed die Notenpresse bereits in den Jahren 2009 und 2010 angeworfen und in mittlerweile drei Runden die Geldmenge in großem Stil ausgeweitet. Die Zentralbankbilanz hat im Januar den Rekordwert von 3 Billionen Dollar erreicht.

   Die US-Zentralbank will auch weiter mit Immobilien besicherte Anleihen der staatlichen Hypothekenfinanzierer kaufen und dafür monatlich 40 Milliarden Dollar ausgeben. Der Offenmarktausschuss (FOMC), der über die Geldpolitik entscheidet, beließ den Leitzins auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent.

   Ökonomen und Börsianer hatten diese Entscheidung in ihrer großen Mehrheit erwartet. Gegen den Beschluss stimmte die Präsidentin der Reserve Bank von Kansas City, Esther George. Sie war besorgt, dass die "anhaltend lockere Geldpolitik die Risiken für künftige Ungleichgewichte vergrößert". Im Vorfeld hatten sich Beobachter unsicher gezeigt, wie George abstimmen würde.

   Zu Jahresbeginn hat es turnusgemäß eine Rotation der regionalen Fed-Präsidenten gegeben, womit der "Superfalke" Jeffrey Lacker sein Stimmrecht verlor. Im vergangenen Jahr hatte der Präsident der Richmond-Fed beständig gegen zusätzliche Anleihenkäufe und gegen das Zinsversprechen gestimmt. "Falken" werden jene Notenbanker genannt, denen der Kampf gegen die Inflation über alles geht und die deshalb tendenziell zu einer straffen Geldpolitik neigen, "Tauben" neigen eher zu lockerer Politik, um das Wachstum anzutreiben.

   An den Märkten wird derzeit die Frage heiß debattiert, wie lange die US-Zentralbank noch Staatsanleihen kaufen wird, nachdem ein Sitzungsprotokoll offen gelegt hatte, dass einige Währungshüter das neue Kaufprogramm schon Ende 2013 beenden wollen. Alle Aussagen oder Andeutungen zu den Anleihekäufen treffen bei den Investoren einen Nerv, weil der Anleihenmarkt eine fulminante Rally hingelegt hat und damit anfällig für Korrekturen ist, was unter Umständen auch zu einem "finanziellen Blutbad" führen könnte.

   An den Finanzmärkten löste die Veröffentlichung der FOMC-Aussagen keine größeren Reaktionen aus.

   Die US-Wirtschaft hat die schwerste Krise seit Jahrzehnten immer noch nicht ganz überwunden, wie neue Daten am Nachmittag zeigten. Im Schlussquartal 2012 war die größte Volkswirtschaft der Welt überrschend geschrumpft, wenn auch nur leicht. Ökonomen hatten aber ein Wachstum von 1,0 Prozent erwartet. Für die US-Währungshüter dürfte das eine Enttäuschung gewesen sein, weil es zeigt, dass die Wirtschaft immer noch auf ihre Hilfe angewiesen ist.

   In dem Begleittext der Fed hieß es, dass "die Wirtschaft in den jüngsten Monaten eine Pause eingelegt hat", hauptsächlich wegen des Hurrikans Sandy und der Furcht vor der Fiskalklippe, die die Betriebe und den Staat veranlasste, geplante Ausgaben zunächst aufzuschieben. Die Währungshüter rechnen aber damit, dass die Wirtschaft zum Wachstum zurückkehrt und dass der Arbeitsmarkt sich erholt.

   Kontakt zum Autor: andreas.plecko@dowjones.com

   (Mitarbeit: Kristina Peterson und Victoria McGrane)

   DJG/apo/cln

   (END) Dow Jones Newswires

   January 30, 2013 15:07 ET (20:07 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 07 PM EST 01-30-13

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX kaum bewegt -- Japanische Firma begibt Bitcoin-Anleihe -- EVOTEC-Aktie auf Höhenflug -- Wirecard erwartet starkes 2. Halbjahr -- Air Berlin spricht mit drei Interessenten -- Vestas, Cisco im Fokus

Lufthansa will offenbar bis zu 90 Flugzeuge der Air Berlin. Tencent-Aktie nach Rekordzahlen auf Rekordhoch. Allianz Deutschland wächst kräftig. So viele Erwerbstätige wie noch nie - aber weniger Arbeit. Starkes Auslandsgeschäft treibt Sixt an. Apple will TV-Serien-Offensive starten. STADA-Übernahmefrist abgelaufen - Ergebnis bis Ende der Woche erwartet.

Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Juni 2017)
Die Top-Positionen von Warren Buffett
KW 32: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 32: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Deutsche Bank wird optimistischer für deutsche Aktien und sieht beim DAX bis Jahresende noch 3 Prozent Luft nach oben. Was glauben Sie, wie sich der DAX bis zum Ende des Jahres entwickeln wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Air Berlin plcAB1000
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
EVOTEC AG566480
Apple Inc.865985
E.ON SEENAG99
CommerzbankCBK100
Bitcoin Group SEA1TNV9
Lufthansa AG823212
Allianz840400
K+S AGKSAG88
Siemens AG723610
TeslaA1CX3T
Amazon906866