(NEU: weitere Aussagen aus der Pressekonferenz im dritten und letzten Absatz.)
Von Christoph Rauwald
DOW JONES NEWSWIRES
HAMBURG (Dow Jones)--Volkswagen hat die Bedeutung seiner Geschäftsfelder Lkw und Bus hervorgehoben. Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn sprach auf der Hauptversammlung am Dienstag von einem "hoch attraktiven strategischen Geschäftsbereich" und bestätigte, dass die Gespräche über eine Zusammenführung der schwedischen Lkw-Tochter Scania und MAN unter einem gemeinsamen Dach noch immer laufen. VW kontrolliert Scania und ist mit 29,9% größter MAN-Anteilseigner.
Scania und MAN prüfen, wie sie Synergien in den Bereichen Entwicklung, Produktion und Verkauf heben können, wie Winterkorn den Aktionären laut Redemanuskript sagte. Eine volle Realisierung der Synergiepotenziale, das habe sich in den Gesprächen gezeigt, werde auch Einfluss auf die Aktionärsstrukturen der beteiligten Unternehmen haben. Dennoch sollen die Marken-Spezifik von Scania und MAN sowie alle ihre Geschäftsfelder weder jetzt noch in Zukunft angetastet werden, wie der VW-Chef versprach. Sie seien die Basis für den Erfolg.
Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch bestätigte, dass Volkswagen eine Komponenten-Kooperation mit der Isuzu Motors Ltd prüfe. VW habe aber nicht die Absicht, sich an den Japanern zu beteiligen. In den Medien war spekuliert worden, VW wolle sich an Isuzu beteiligen oder den Konzern übernehmen.
Was die Kooperation mit japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki angeht, räumte Winterkorn ein, dass der Prozess langsamer vorankomme als eingangs erwartet. Es gebe aber eine große Bandbreite an Kooperationsmöglichkeiten, vor allem im Rahmen der Beschaffung. Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Suzuki bleibe das indische Kleinwagengeschäft. VW ziehe ebenfalls eine Kooperation im Bereich Getriebe und alternativer Antriebstechnologien in Erwägung. Der DAX-Konzern habe nicht die Absicht, die Beteiligung an Suzuki zu erhöhen.
Insgesamt zahle sich das Investment in Suzuki jedoch aus, so Winterkorn. Nicht zuletzt sei Suzuki ein exzellent geführtes Unternehmen, das gutes Geld verdiene. Volkswagen hält 19,9% an den Japanern.
Zum Integrationsprozess der Porsche Automobil Holding SE in den Konzern sagte Winterkorn, der Plan stehe trotz rechtlicher und steuerlicher Hürden. Der Zeitplan bleibe aufgrund von Rechtsstreitigkeiten in Deutschland und den USA aber unklar. VW hat sich Anfang des Jahres 49,9% am Sportwagengeschäft von Porsche gesichert.
Mit einem Mittelbestand von 19,6 Mrd EUR kann VW wie geplant die globale Expansion vorantreiben, mit der das Unternehmen aus Wolfsburg zum größte Autokonzern der Welt werden will. Angesichts der Vielfalt und Komplexität der eingegangenen Allianzen und Kooperationen gibt es mittlerweile aber auch Befürchtungen, dass der ambitionierte Plan aus den Fugen geraten könnte.
Winterkorn wischte derartige Befürchtungen auf der Hauptversammlung beiseite. 2011 werde trotz wirtschaftlicher Unwägbarkeiten ein gutes Jahr. Umsatz, operatives Ergebnis und Fahrzeugverkäufe sollen wachsen. Für 2010 hatte Volkswagen einen Umsatz in Höhe von 126,9 Mrd EUR, ein operatives Ergebnis von 7,14 Mrd EUR und einen Absatz von 7,2 Mio Fahrzeugen vermeldet.
"Sie können weiter eine Menge von uns erwarten", versicherte Winterkorn den Anteilseignern.
Im Rahmen der weltweiten Expansionspläne will Volkswagen den US-Absatz bis 2018 auf rund 1 Mio Fahrzeuge in etwa verdreifachen. Das neue VW-Werk in Chattanooga, Tennessee, dem für die Trendwende im US-Geschäft von entscheidender Bedeutung ist, soll am 24. Mai die Produktion aufnehmen.
-Von Christoph Rauwald, Dow Jones Newswires;
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May 03, 2011 10:27 ET (14:27 GMT)
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