11.12.2012 14:40
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UPDATE: VW schwört Beschäftigte auf schwierigere Zeiten ein

   --Winterkorn warnt vor schwierigem Jahr 2013

   --VW will weiter besser als der Markt abschneiden

   --Betriebsratschef Osterloh zuversichtlich

   (NEU: Weitere Details, Hintergrund)

   Von Nico Schmidt

   Europas größter Autobauer Volkswagen hat die Belegschaft auf schwierigere Zeiten eingeschworen: "So viel ist sicher: Das Jahr 2013 wird hart - für die Automobilbranche als Ganzes und auch für uns bei Volkswagen", sagte Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn auf der Betriebsversammlung im Stammwerk in Wolfsburg.

   Die Weltwirtschaft bleibe auf absehbare Zeit angespannt. VW werde sich in einem schwierigen Umfeld allerdings besser als der Gesamtmarkt schlagen, bekräftigte Winterkorn. Als Gründe nannte er die hohe Flexibilität des Konzerns, die internationale Ausrichtung und die guten Produkte.

   Den rund 15.000 anwesenden Mitarbeitern dankte der Manager für ihr großes Engagement in diesem Jahr: "2012 war ein gutes, ein sehr gutes Jahr für die Marke Volkswagen und für den gesamten Konzern". Besonders hob Winterkorn dabei die geleistete Arbeit bei der Einführung des sogenannten Modularen Querbaukastens, mit dem VW stärker auf Standardisierung setzt und Geld spart, sowie des neuen Golf VII hervor.

   Für den Verkaufsschlager lägen bereits mehr als 60.000 Bestellungen vor. "Ein tolles Ergebnis, das uns Rückenwind gibt", sagte Winterkorn. Die siebte Auflage des Golf, der seit der ersten Generation 1974 insgesamt weltweit schon fast 30 Millionen Mal verkauft wurde, ist erst seit wenigen Wochen verfügbar.

   Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh sieht die Entwicklung von Volkswagen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiter positiv: "Volkswagen steht gut da und wächst. (...) Wir können mit einiger Zuversicht ins kommende Jahr blicken."

   Alleine die Kernmarke Volkswagens verkaufte sich zwischen Januar und November weltweit gut 5,2 Millionen Mal - ein Zuwachs von mehr als 11 Prozent, wie Europas Branchenprimus ebenfalls am Dienstag mitteilte. Die Premium-Tochter Audi legte im bisherigen Jahresverlauf sogar noch ein Stück stärker zu und knackte bereits nach elf Monaten den Absatzrekord aus dem vergangenen Jahr.

   Auf Gesamtjahressicht erwartet der VW-Konzern eine neue Absatzbestmarke. Der operative Gewinn soll trotz massiver Investitionen in Modelle, neue Werke und alternative Antriebe konstant auf dem Rekordniveau des Vorjahres liegen.

   Die guten eigenen Zahlen dürften nicht darüber hinweg täuschen, dass die Lage in der Automobilindustrie schwierig bleibe, sagte Osterloh. Die Autoindustrie entwickelt sich zunehmend stärker zur Zwei-Klassen-Gesellschaft. Auf der einen Seite stehen erfolgreiche Konzerne wie Volkswagen, die aufgrund ihrer breiten globalen Aufstellung nach wie vor eine Bestmarke nach der anderen feiern.

   Auf der anderen Seite machen bei Herstellern, die vor allem auf dem schwächelnden europäischen Markt unterwegs sind, Hiobsbotschaften wie die gestrige von der Schließung des Opel-Werks in Bochum die Runde, durch die 3.000 Jobs gefährdet sind. Auch Ford und Peugeot haben unlängst angekündigt, Standorte dichtzumachen, Fiat will außerdem 1.500 Stellen in Polen streichen.

   VWs Betriebsratsvorsitzender Osterloh kritisierte die Werkschließungen bei der Konkurrenz: "Uns als Arbeitnehmervertreter und Gewerkschafter kann das nicht kalt lassen", sagte er.

   Angesichts der schwachen Entwicklung des europäischen Automobilmarktes schätzen viele Experten die branchenweiten Überkapazitäten auf bis zu ein Viertel - oder umgerechnet bis zu acht Werke. Da auch im kommenden Jahr wegen der Schuldenkrise das automobile Wachstum außerhalb des europäischen Kontinents - speziell in Asien und den USA - stattfinden wird, gehen Branchenkenner davon aus, dass sich die Schere noch weiter öffnen wird.

   "Die Polarisierung der Automobilwelt in High- und Low-Performer wird sich 2013 weiter verstärken", sagte beispielsweise erst unlängst Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management. Mit entsprechenden Konsequenzen: "Die enorme globale Wettbewerbsintensität und der technologische Paradigmenwechsel erfordern weiterhin hohe Investitionen (...) Um nicht weiter Anschluss zu verlieren, sind manche Automobilhersteller aus Europa und Japan künftig zumindest zu tiefgehenden strategischen Kooperationen gezwungen". Mittelfristig benötigten beispielsweise PSA Peugeot-Citroen, Mazda, Mitsubishi oder Suzuki starke globale Partner, um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten.

   Kontakt zum Autor: nico.schmidt@dowjones.com

   DJG/ncs/sha

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   December 11, 2012 08:09 ET (13:09 GMT)

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