-- Zahlungsverkehr, Call-Center, Beratung, Aktienhandel und Interbanking voraussichtlich von Streiks betroffen
--Postbank fordert ver.di auf, Verhandlungen konstruktiv weiter zu führen
(Neu: Stellungnahmen der Postbank)
Von Alexandra Edinger
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Mit Streiks will die Gewerkschaft ver.di die Postbank zum Einlenken zwingen. Ab 1. Dezember sind alle Beschäftigten der Postbank und ihrer Tochterunternehmen zu bundesweiten Aktionen aufgerufen. "Mit ihren Plänen, drastische Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen durchzusetzen, haben die Arbeitgeber eine Eskalation herbeigeführt, die nur sie selbst beenden können", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch am Dienstag. Ein Postbank-Sprecher sagte: "Wir sind vorbereitet, um die Auswirkungen des Streiks auf unsere Kunden so gering wie möglich zu halten".
Nach Angaben einer ver.di-Sprecherin könnte es insbesondere in den Call-Centern, im Bereich Zahlungsverkehr und Beratung sowie beim Aktienhandel und Interbanking zu Behinderungen durch die Streiks kommen.
Derweil soll nach Informationen von Dow Jones Newswires die sechste Verhandlungsrunde in der kommenden Woche starten. Diskussionsbedarf besteht vor allem noch bei den Themen Arbeitszeit, Urlaub und Gehalt. "Allerdings müssen hier nicht alle Forderungen zu 100% erfüllt werden", war aus Unternehmenskreisen zu hören.
Anlass für den Streik ist die Integration des Instituts in die Deutsche Bank. Um Kosten zu sparen, sollen einzelne Bereiche der Postbank in neue Gesellschaften ausgegliedert werden. Schon Anfang November hatten die Mitarbeiter von Deutschlands größter Privatkundenbank protestiert.
Die Verhandlungspartner können aber auch schon wichtige Einigungen vorweisen. So wurde vereinbart, bis Ende 2014 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Außerdem hat sich das Institut verpflichtet, in Deutschland so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.
Vor diesem Hintergrund bezeichnete der Postbank-Sprecher die aktuellen Streiks als "völlig unverständlich und ungerechtfertigt". Die Bank forderte ver.di auf, die "Verhandlungen konstruktiv weiter zu führen".
Die Deutsche Bank hält 51,98% der Aktien der Postbank. Weiterer Großaktionär ist die Deutsche Post mit 39,50%.
-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires,
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November 29, 2011 06:48 ET (11:48 GMT)
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