--Wacker Chemie erleidet Gewinneinbruch
--Schwache Nachfrage aus Solar- und Chipindustrie
--Absatzmengen ziehen im Januar wieder etwas an
(NEU: Aussagen des CFO, Analystenstimme, Aktienkurs)
Von Heide Oberhauser-Aslan
DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Bei dem Münchener Spezialchemiekonzern Wacker Chemie laufen die Geschäfte derzeit nicht rund. Hauptursache ist die schwache Nachfrage aus der Solar- und Chipindustrie. Die flauen Bestellungen haben 2011 zu einem deutlichen Gewinnrückgang geführt. Mit den Zahlen verfehlte die Wacker Chemie AG die ohnehin schon pessimistischen Analystenschätzungen. Die Wacker-Aktie handelte gegen 15 Uhr 1,5 Prozent im Minus und war damit der schwächste Wert im MDAX.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel vorläufigen Berechnungen zufolge um 8 Prozent auf rund 1,10 Milliarden Euro. Der Umsatz legte zwar leicht um 3 Prozent auf 4,91 Milliarden Euro zu, wie Spezialchemiekonzern bekannt gab. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen aber nur noch 350 gegenüber 497 Millionen Euro im Vorjahr.
Für 2012 zeigte sich der Konzern - zumindest was die Mengenentwicklung angeht - wieder etwas optimistischer. In den ersten Wochen des Jahres habe die Kundennachfrage an Fahrt gewonnen. Sowohl in den Chemiebereichen als auch bei Halbleiterwafern und Polysilizium verzeichne Wacker im Vergleich zum schlechten vierten Quartal wieder steigende Absatzmengen. Im Halbleitergeschäft seien die Preise aber weiterhin rückläufig.
Deutliche Nachfragerückgänge musste Wacker Chemie vergangenes Jahr vor allem im vierten Quartal hinnehmen. Im margenstarken Polysiliziumgeschäft machten Wacker Chemie die Probleme der Kunden aus der Solarbranche zu schaffen. Die Photovoltaikindustrie leidet unter Überkapazitäten, die zu einem Preisverfall geführt haben. Die angespannte Lage drückt auch die Preise für das von Wacker Chemie gelieferte hochreine Polysilizium. Von Oktober bis Dezember ging das EBITDA der Sparte um mehr als ein Fünftel auf etwa 165 Millionen Euro zurück. Der Umsatz fiel sogar um ein knappes Drittel auf rund 255 Millionen Euro.
Da die Polysiliziumpreise stark gefallen sind, muss Wacker Chemie seine noch zu höheren Preisen abgeschlossenen langfristigen Lieferverträge nachverhandeln. In diesem Jahr rechnet Finanzvorstand Joachim Rauhut nur noch mit einer Polysiliziummarge von unter 40 Prozent, wie er im Interview mit Dow Jones Newswires sagte. Im Vorjahr waren es noch 51 Prozent. Den Polysiliziumabsatz will der Manager in diesem Jahr aber erneut steigern.
Sorgen bereitet Wacker Chemie auch weiterhin die Halbleitersparte Siltronic, die unter Nachfrageschwund und schwacher Auslastung leidet. Hier rutschte der Umsatz im vierten Quartal um ein Drittel auf rund 180 Millionen Euro, das EBITDA landete mit minus 60 Millionen Euro in der Verlustzone. Im Halbleiterbereich erwartet Rauhut kein Marktwachstum in diesem Jahr. Die Kosten der Sparte sollen weiter gesenkt werden.
Auch in den Chemiebereichen lief es im Schlußquartal schlecht, das EBITDA halbierte sich. Stark rückläufig sei etwa die Nachfrage nach Produkten für Bauanwendungen gewesen. Die Bestellungen hätten im Januar wieder etwas angezogen, sagte der Manager.
Analysten zeigten sich enttäuscht von den Ergebnissen. Für die WGZ Bank hat Wacker Chemie die Erwartungen verfehlt. Angesichts der enttäuschenden Ergebnisentwicklung und des wenig konkreten Ausblicks empfiehlt die Bank das Papier nun zu verkaufen. Bisher war der Titel mit "halten" bewertet worden.
-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires
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January 26, 2012 09:25 ET (14:25 GMT)
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