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18.01.2012 19:52

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UPDATE: manroland wird dreigeteilt

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Von Nico Schmidt und Jürgen Hesse DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Der Druckmaschinenhersteller manroland wird zerschlagen. Der Gläubigerbeirat beschloss am Mittwochnachmittag, das Traditionsunternehmen in drei eigenständige Teilbereiche aufzuteilen und zwar in die Standorte Augsburg, Offenbach und Plauen. Diese sind damit zwar alle gerettet, die vorläufige Insolvenz findet für die Mitarbeiter aber trotzdem ein bitteres Ende: Ein Großteil der Arbeitsplätze wird wegfallen.

   Nur noch rund 2.500 Stellen werden an den deutschen Standorten erhalten bleiben, wie Insolvenzverwalter Werner Schneider erklärte. Vor dem Gang in die Insolvenz im November waren weltweit insgesamt noch weit mehr als 6.000 Mitarbeiter bei dem Druckmaschinenhersteller beschäftigt gewesen.

   Laut dem nun verabschiedeten Konzept geht der Rollendruck-Standort Augsburg an das Lübecker Familienunternehmen Possehl. Über den Kaufpreis vereinbarten alle Beteiligten Stillschweigen. Das Werk in Plauen wird in eine neue Gesellschaft ausgelagert. Um die Auslastung des sächsischen Standorts sicherzustellen, hat sich Possehl bereit erklärt, auch langfristig Lieferbeziehungen aufrechtzuerhalten. Später will sich das Unternehmen laut Schneider an dem Standort beteiligen.

   Sorgenkind bleibt das Bogendruck-Werk in Offenbach. Dieses soll auf dem Weg eines Management-Buy-Outs gemeinsam mit einem noch zu findenden Investor saniert werden, wobei eine Landesbürgschaft aus Hessen nötig ist. Für Offenbach habe MAN mit der gefundenen Lösung Zeit gewonnen, sagte Schneider. Mögliche Käufer für das Werk könnten aus China kommen, erklärte der Wirtschaftsprüfer.

   Eine Aufspaltung des rund 160 Jahre alten Traditonsunternehmens in die Bereiche Rollen- und Bogenoffsetdruck galt in Branchenkreisen seit Wochen als wahrscheinliches Szenario, um einem Käufer die Geschäfte schmackhaft zu machen. Es lag vom US-Investor Platinum Equity allerdings auch ein Angebot für den gesamten Konzern vor.

   Der Gläubigerbeirat, der sich aus Vertretern von Banken, Lieferanten und Arbeitnehmerseite zusammensetzt, entschied sich allerdings gegen die Offerte der Amerikaner. Vor allem die Gewerkschaften protestierten von Beginn an gegen den Bieter, da sie in diesem Fall eine noch stärkere Rosskur fürchteten.

   "Es war unser gemeinsames Ziel, das Unternehmen an Investoren weiterzugeben, die an einer langfristigen und eigenständigen Fortführung des Unternehmens interessiert sind", sagte Insolvenzverwalter Schneider. Die Entscheidung im Gläubigerrat sei einstimmig gefallen.

   Schneider unterstrich, dass es sich bei dem Votum des Gläubigerbeirates nicht um einen förmlichen Beschluss handele. Diesen muss die Gläubigerversammlung fassen, die sich allerdings in der Regel an das Votum des -beirates hält. Für Possehl habe das Betriebskonzept sowie die schnelle Umsetzbarkeit der Verträge gesprochen.

   Die Zeit drängte: Selbsterklärtes Ziel Schneiders, der sich unter anderem durch seine Arbeit bei den Insolvenzverfahren des Anlagenbauers Böwe Systec und der Walter Bau AG einen Namen gemacht hat, war es von Beginn an, den Verkauf bis Ende Januar in trockene Tücher zu bringen. Denn nur so lange werden die Gehälter der "Roländer" von der Arbeitsagentur übernommen.

   Das Argument der Zeit habe gegen vorhandene chinesische Investoren gesprochen, erklärte Schneider. Denn im Reich der Mitte dauerten Entscheidungsprozesse länger. Leer ging mit der nun gefundenen Lösung auch manroland-Konkurrent Koenig & Bauer aus. Die Würzburger hatten sich laut dem Insolvenzverwalter für Teile des Rollen- sowie des Bogendruckgeschäfts interessiert.

   manroland hatte Ende November den Insolvenzantrag gestellt. Die Eigner, der Versicherungskonzern Allianz sowie der Nutzfahrzeughersteller MAN, wollten das seit Jahren defizitäre Unternehmen nicht länger alimentieren. Die manroland-Pleite ist die größte in Deutschland seit der des Handelskonzerns Arcandor im Jahr 2009.

   Die Branche, in der manroland nach Heidelberger Druck und Koenig & Bauer die Nummer Drei ist, hat schwer mit der schwierigen Wirtschaftslage zu kämpfen. Denn Unsicherheit ist Gift für die konjunktursensible Industrie, da Kunden in unsicheren Zeiten große Investitionen - wie eben für teure Druckmaschinen - nicht selten auf die lange Bank schieben.

   Neben den aktuellen Marktturbulenzen macht der einstigen deutschen Vorzeige-Branche auch ein seit Jahren anhaltender Strukturwandel zu schaffen: Die zunehmende Bedeutung des Internets - sowohl in der Werbung als auch in der Medienwelt - kostet die Hersteller von klassischen Bogen- und Rollendruckmaschinen seit geraumer Zeit Geschäft, da immer mehr traditionelle Printinhalte ins Netz abwandern.

   Einen Beleg dafür, wie schwierig die Lage in der Branche ist, lieferte Weltmarktführer HeidelDruck erst am Dienstag: Die trüben Geschäftsaussichten zwangen den MDAX-Konzern, der vor ein paar Jahren nur durch Staatshilfen vor dem Aus gerettet werden konnte, das nächste Sparprogramm aufzulegen. Mit dem Abbau von weltweit 2.000 Stellen sollen die Kapazitäten um rund 15 Prozent reduziert werden. Ziel ist, das Geschäft an die neuen Marktrealitäten anzupassen.

-Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; + 49 - (0)69 297 25 114, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/jhe (END) Dow Jones Newswires

   January 18, 2012 13:22 ET (18:22 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 22 PM EST 01-18-12

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