21.01.2013 16:33
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UPDATE2: Ausnahmezustand am Frankfurter Flughafen hält an

   -- In Frankfurt fallen Montag 500 Starts und Landungen aus

   -- Wetterbedingungen werden besser

   -- Flughafen und Airlines arbeiten noch Staus vom Sonntag ab

   (NEU: Fraport, Lufthansa, Deutscher Wetterdienst)

   Von Kirsten Bienk

   Der Ausnahmezustand auf dem Frankfurter Flughafen hält auch am Montagnachmittag noch an: Wegen des heftigen Wintereinbruchs am Vortag können Maschinen immer noch nicht wie geplant starten und landen. Rund 500 Verbindungen sind bereits gestrichen, weitere Absagen könnten im Laufe des Tages hinzukommen. Außerdem gibt es viele Verspätungen.

   Auslöser der Probleme am Flughafen war Eisregen. Er hatte den Flugverkehr in Frankfurt am Sonntag für einige Stunden vollständig zum Erliegen gebracht. Am Montagnachmittag regnet und schneit es aber kaum noch. Airlines und Flughafen müssen nun allerdings die Staus abarbeiten, die sich am Vortag gebildet haben. Viele Maschinen, die am Sonntag nicht mehr starten konnten, stehen am Montag noch auf den Parkpositionen und verhindern, dass andere Flugzeuge landen können. Der Platz reicht einfach nicht aus.

   Dieser Parkplatzmangel führt dazu, dass am Nachmittag in Frankfurt nur 20 Maschinen pro Stunde landen dürfen. Starten sollen indes so viele Flieger wie nur möglich, damit die Vorfelder wieder frei werden und neue Maschinen aufnehmen können. An normalen Tagen starten und landen in Frankfurt pro Stunde 96 Maschinen. Meistens gleichen sich dabei An- und Abflüge aus.

   Der Flughafenbetreiber geht davon aus, dass sich der Flugzeugstau im weiteren Verlauf des Tages immer weiter reduziert und er die Zahl der Landungen entsprechend steigern kann.

   Trotzdem rechnet das Unternehmen nicht mehr damit, dass sich der Flugverkehr bereits am Dienstag wieder vollkommen normalisiert. Fraport geht vielmehr davon aus, dass auch dann noch einige Verbindungen gestrichen werden müssen. Lufthansa hat bereits für die frühen Morgenstunden des Dienstags vier Flüge für Frankfurt abgesagt.

   Der Deutsche Wetterdienst macht den Hessen weiter Mut. Er rechnet in den kommenden Stunden nicht mit einem erneuten Eisregen, sondern lediglich mit einem ganz normalen Winterwetter mit leichten Minusgraden und geringen Schneefällen. Gute Voraussetzungen für die Beseitigung der Platzenge.

   Auch Lufthansa ist von dem Chaos betroffen. Deutschlands größte Airline musste am Sonntag viele Flüge streichen und kann auch am Montag nicht alle Starts und Landungen anbieten. Eine genaue Zahl nannte die Airline nicht. Der Löwenanteil der von Fraport gemeldeten Ausfälle dürfte aber auf Deutschlands größte Airline entfallen. Am Sonntag fielen in Frankfurt 445 Flüge aus.

   Ein paar gestrandete Passagiere mussten am Sonntagnacht auf dem Frankfurter Flughafen übernachten, weil ihre Flüge gestrichen wurden. Die meisten Reisenden, die in der Stadt verharren mussten, sind nach Angaben des Flughafenbetreibers aber in Hotels untergekommen.

   Weniger schlimm hat es die Deutsche Bahn getroffen. Ihr Betrieb wurde am Sonntag durch den Eisregen weitaus weniger beeinträchtigt, sagte eine Sprecherin. Nur regional habe es ein paar Ausfälle und Verspätungen gegeben. Und auch am Montag laufe der Verkehr wie an einem normalen Wintertag.

   Der Frankfurter Flughafen musste sich indes am Sonntag dem Wetter geschlagen geben. Der Eisregen war nach Angaben eines Sprechers so schlimm, dass es nicht mehr gelang, die Flugzeuge zu enteisen. Die Start- und Landebahnen seien indes freigewesen und hätten benutzt werden können.

   Das Winterwetter verhinderte aber nicht nur das pünktliche Starten und Landen auf Deutschlands größtem Flughäfen. Durch das Streichen von Flügen in Frankfurt ergaben sich auch an anderen Standorten Verzögerungen und Ausfälle. Mit dem schlechten Wetter hatten auch die Flughäfen in Paris und London zu kämpfen. Auch dort gab es große Beeinträchtigungen und nicht alle Reisenden kamen an ihr Ziel.

   Am Montag kämpfte vor allem der Flughafen in München noch mit heftigen Schneefällen. 180 Flüge wurden von den Airlines abgesagt. Weitere 200 Starts und Landungen verspäteten sich. Am Nachmittag hellte sich der Himmel aber wieder deutlich auf. Der Betreiber rechnet deswegen am Dienstag mit keinen weiteren Beeinträchtigungen.

   Wesentlich geringer wirkte sich der Winter in Köln und Düsseldorf aus. Dort verlief der Betrieb weitgehend normal. Die Flughäfen nahmen am Montag ein paar Maschinen auf, die in Frankfurt keinen Platz mehr gefunden haben.

   Kontakt zur Autorin: kirsten.bienk@dowjones.com

   DJG/kib/bam

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

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