--Wincor hält an breit gefasster Prognose fest
--Heidloff sieht noch keine Anzeichen für Ende der Krise
--Wachstumspotenzial in Schwellenländern
(Neu: Mit Aussagen von Wincor-Chef Eckhard Heidloff)
Von Jörn Rehren
DOW JONES NEWSWIRES
PADERBORN (Dow Jones)--Wincor Nixdorf sieht bisher noch keine Anzeichen für ein Ende der Krise, setzt aber auf Wachstum in den Schwellenländern. Mit Blick auf das laufende zweite Quartal sagte der Vorstandschef Eckhard Heidloff zu Dow Jones Newswires: "So richtig dass es aufwärts geht und die Krise überstanden ist, können wir noch nicht erkennen." Alles hänge von der Entwicklung der Euro-Krise und ihren Auswirkungen auf die Banken ab, sagte er. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr sei deshalb nicht möglich.
Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller hatte am Morgen seine Geschäftszahlen für das erste Geschäftsquartal vorgelegt und dabei an seinem breit gefassten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr festgehalten. Danach sei beim Umsatz ein leichtes Minus ebenso möglich wie ein moderater Anstieg. Das operative Ergebnis könne deutlich sinken, aber auch leicht wachsen.
Im abgelaufenen Quartal litt Wincor besonders unter der Zurückhaltung der krisengeplagten Banken, zu investieren und ihre Geldautomaten zu erneuern. Sinkende Stückzahlen und gleichzeitig sinkende Preise drückten im Bereich Banking auf die Margen. Der Umsatz ging hier um zehn Prozent zurück und der bereinigte Gewinn brach um gut ein Drittel ein.
Heidloff setzt auf bessere Zeiten. "Wenn die Krise vorbei ist, wird auch der Hardware-Bereich wieder sehr gut wachsen", prognostiziert er. Wachstumspotenzial sieht der Wincor-Chef in den Schwellenländern - vor allem in Asien, wo es bereits jetzt aufwärts gehe. "Wir glauben an Indien, an China und wollen dort zweistellig wachsen", sagte er. Deshalb investiere Wincor dort massiv in Mitarbeiter, während in Europa tendenziell abgebaut werde.
Für das abgelaufene Quartal hatte Wincor am Morgen einen Umsatzrückgang um vier Prozent auf 608 Millionen Euro und einen Einbruch beim Nettogewinn von gut einen Viertel auf 25 Millionen Euro ausgewiesen. Der negativen Entwicklung im Hardware-Bereich standen dabei positive Tendenzen im inzwischen größeren Bereich Software und Dienstleistungen gegenüber, der weiter ausgebaut werden soll. Auch im Retail-Geschäft - hier verkauft Wincor vor allem Kassensysteme - ging es beim Umsatz um neun Prozent und beim bereinigten Gewinn um 30 Prozent nach oben.
An der Börse kam der Geschäftsausweis am Montag gut an. Zum Handelsschluss stieg die Aktie um 4 Prozent auf 36,42 Euro und gehörte damit zu den größten Gewinnern im MDAX. Analysten erklärten die positive Reaktion mit den inzwischen geringen Erwartungen der Anleger. Ein schweres Jahr sei bereits eingepreist. Die Geschäftszahlen seien zwar nicht wirklich gut, aber doch besser als erwartet, sagte etwa Thomas Hofmann, Analyst bei der LBBW.
-Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires,
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January 23, 2012 12:10 ET (17:10 GMT)
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