(NEU: Analystenstimme in Absatz 4 und 5, Aktienkurs in Absatz 8)
Von Heide Oberhauser-Aslan
DOW JONES NEWSWIRES
LEVERKUSEN(Dow Jones)--Die Bayer AG kommt mit ihrem Hoffnungsträger, dem Gerinnungshemmer Xarelto, in einer weiteren wichtigen Indikation voran. Eine Phase-III-Studie bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS) habe ihren primären Wirksamkeitsendpunkt erreicht, teilte der DAX-Konzern am Donnerstagabend mit.
Das Mittel war in der Studie zusammen mit der Standardtherapie eingesetzt worden. Im Vergleich zur Standardtherapie plus Placebo sei bei der Anwendung von Xarelto mit dem Wirkstoff Rivaroxaban eine statistisch signifikante Verringerung von Herzinfarkten, Schlaganfällen und kardiovaskulären Todesfällen bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom gezeigt worden, hieß es. Detaillierte Ergebnisse will Bayer in Kürze auf einem wissenschaftlichen Kongress vorstellen.
Den Antrag auf Marktzulassung will der Konzern noch in diesem Jahr sowohl in Europa als auch in den USA stellen, sagte ein Bayer-Sprecher. In den USA entwickelt und vermarktet Bayer das Mittel mit dem Partner Johnson & Johnson. Das Indikationsgebiet dürfte für Bayer viel versprechend sein, denn bekanntermaßen sind die chronischen Herzkrankheiten ebenso wie die Vorbeugung von Schlaganfällen, wo das Mittel ebenfalls erprobt wird, große Indikationen mit einer hohen Zahl von betroffenen Patienten.
Zu dem erwarteten Umsatzpotenzial in der Indikation ACS wollte der Bayer-Sprecher keine Angaben machen. Es gelte weiter, dass Bayer über alle Indikationen ein Spitzen-Umsatzpotenzial von mehr als 2 Mrd EUR erwarte, hieß es lediglich.
Warburg-Analyst Ulrich Huwald traut dem Mittel in dieser Indikation ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als 500 Mio EUR zu. Hier handele es sich um ein chronisches Krankheitsbild, das im Unterschied zum Einsatz nach Operationen eine lange bis lebenslange Behandlung erfordere, meinte er. Zudem sei der Wettbewerbsdruck in dieser Indikation im Vergleich zu anderen Gebieten, nicht so hoch.
Der Analyst sprach von positiven Aussichten für Bayer, will sich aber vor einem endgültigen Urteil zunächst die ausführlichen Daten genauer anschauen. Zwar sei es wie erwartet zu stärkeren Blutungen gekommen, positiv sei aber, dass die Mortalität gesunken sei, sagte er.
Schätzungen zufolge leiden mehr als 7 Millionen Menschen weltweit an koronalen Herzerkrankungen, das akute Koronarsyndrom ist eine typische Folge davon. Es entsteht, wenn eine bereits verengte Herzkranzarterie durch ein Blutgerinnsel verstopft wird. Zum akuten Koronarsyndrom gehören sowohl der Herzinfarkt (Myokardinfarkt) als auch die instabile Angina pectoris, die anzeigt, dass ein Herzinfarkt unmittelbar bevorstehen könnte. Nach Sprecher-Angaben werden jährlich mindestens 2,5 Millionen Patienten mit diesem Krankheitsbild in Kliniken eingeliefert.
Der Gerinnungshemmer ist in den USA und Europa bereits in einer kleineren Indikation zum Einsatz bei Hüft- und Kniegelenkoperationen zugelassen. In Europa ist das Mittel zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Herzrythumusstörungen als auch zur Behandlung der tiefen Venenthrombose und Lungenembolie kürzlich zur Zulassung empfohlen worden.
Auch in den USA hat sich ein Expertengremium der US-Zulassungsbehörde unlängst für eine Zulassung des Gerinnungshemmers zur Schlaganfallprävention bei Herzrythmusstörungen ausgesprochen.
Die Bayer-Aktie verliert im Mittagshandel in einem sehr schwachen Gesamtmarkt 1% auf 41,59 EUR.
-Von Heide Oberhauser-Aslan,
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September 30, 2011 06:05 ET (10:05 GMT)
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