--Deutsche Bank liegt unter Markterwartungen
--Bankhaus schreibt zusätzlich 144 Millionen Euro auf griechische Staatsanleihen ab
--Ergebnis im Investmentbanking liegt 26 Prozent unter Vorjahresquartal
--Rekordjahr im Bereich Privatkunden und Vermögensverwaltung
(Ergänzt Ackermann-Statement und Informationen zum Privatkundengeschäft)
Von Alexandra Edinger
Dow Jones NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Ursprünglich wollte Josef Ackermann in seinem Abschiedsjahr ein Rekordergebnis präsentieren. Davon ist der Topmanager allerdings weit entfernt. Die Staatsschuldenkrise in Europa brockte dem deutschen Branchenprimus mit Ackermann an der Spitze im vierten Quartal sogar einen Verlust ein. Auf Gesamtjahressicht verdiente die Frankfurter Großbank unter dem Strich zwar mehr als vier Milliarden Euro - trotzdem hatte der Markt mehr erwartet. Marktteilnehmer sind enttäuscht, die Aktie verliert knapp zwei Prozent auf 33,39 Euro.
Für eine negative Überraschung sorgte das Bankhaus besonders mit dem Verlust. Vor Steuern liegt das Minus im Schlussquartal bei 351 Millionen Euro. Die Märkte hatten hier mit einem Gewinn von fast 900 Millionen Euro gerechnet. Auch unterm Strich verfehlte die Bank die Erwartungen.
Entsprechendes gilt auch für das Gesamtjahr: Mit einem Gewinn von 4,13 Milliarden Euro wurden die Schätzungen der Analysten klar verfehlt. Vor Steuern liegt der Gewinn zwar bei 5,39 Milliarden Euro. Ackermann hatte früher aber das Ziel ausgegeben, einen Rekordgewinn von 10 Milliarden Euro zu erzielen. Später kassierte er das ehrgeizige Ziel, gab aber keine Prognose aus.
Die Dividende will der Branchenprimus aber dennoch stabil halten; 0,75 Euro sollen die Anteilseigner je Titel erhalten.
Verhagelt wurde das Ergebnis im Schlussquartal durch das Investmentbanking, das der designierte Bankenchef Anshu Jain verantwortet. Nur 3,4 Milliarden Euro konnte die Deutsche Bank hier erwirtschaften - ein Rückgang von mehr als ein Viertel. Die Staatsschuldenkrise und schwache Marktaktivitäten nennt der Branchenprimus als Begründung.
Damit verliert die Deutsche Bank im Investmentbanking weit mehr, als die amerikanischen Wettbewerber. Citi war hier diejenige Bank, die bisher mit einem Rückgang von 13 Prozent den größten Rückgang zu verzeichnen hatte.
Im Bereich Corporate Banking & Securities, das zum Investmentbanking gehört, lagen die Erträge aus dem Handel und Verkauf mit Kreditprodukten im vierten Quartal mit 1 Milliarde Euro um 35 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten ergaben sich für die Deutsche Bank zudem in diesem Bereich Aufwendungen von 380 Millionen Euro.
Erneut schrieb auch der Bereich Corporate Investments einen Quartalsverlust. Vor Steuern liegt das Minus bei 722 Millionen Euro nach 390 Millionen Euro im Vergleichsquartal. Belastet wurde das Ergebnis der Großbank zudem durch weitere Abschreibungen von 144 Millionen Euro auf griechische Staatsanleihen. Davon stammen rund 135 Millionen Euro aus der Postbank.
Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Deutsche Bank sich im Bereich Privatkunden und Vermögensverwaltung jedoch erheblich verbessern. Um gut ein Fünftel stieg der Umsatz im Schlussquartal auf 3,5 Milliarden Euro. Hintergrund dieses Anstiegs sind 720 Millionen Euro an Erträgen aus der Postbank, die im gesamten Quartal mitberücksichtigt wurden. Im Vorjahr war die Tochter erst im Dezember konsolidiert worden. "Unsere klassischen Geschäftsfelder haben 2011 mit Rekordergebnissen marktbedingte Schwächen im Investmentbanking ausgeglichen", stellte Ackermann fest.
Eine Prognose für 2012 gab das Bankhaus nicht aus.
-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires;
+49 69 29 725 112, alexandra.edinger@dowjones.com
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