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23.11.2011 14:19

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UPDATE2: Dexia-Rettung steht möglicherweise auf der Kippe

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   --Belgien kann laut Zeitungsbericht Finanzierung von Dexia-Rettung nicht stemmen

   --Frankreich muss möglicherweise einspringen

   --Markt fürchtet Dominoeffekt und Druck auf Frankreichs "AAA"-Rating

   --Euro im asiatischen Handel unter Druck

(NEU: Stellungnahme Frankreichs und der EU-Kommission, Marktreaktion)

Von Stefanie Haxel Dow Jones NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Bei der Krisenbank Dexia könnte neuer Ärger ins Haus stehen: Der vor gut sechs Wochen von Belgien, Frankreich und Luxemburg festgezurrte und von der EU gelobte Rettungsplan steht anscheinend auf der Kippe. Laut einem Zeitungsbericht kann Belgien seinen Teil der vereinbarten Finanzierung nicht stemmen und Frankreich muss möglicherweise einspringen. Der Bericht löste trotz umgehender Dementis der Regierungen neue Spekulationen über eine Gefährdung von Frankreichs Spitzenbonitätsnote aus. Auch der Euro geriet unter Druck.

   Der im Oktober vereinbarte Rettungsplan sieht die Aufspaltung der Dexia SA in ihre belgischen, französischen und luxemburgischen Teile vor. Darüberhinaus verständigten sich die drei Regierungen darauf, die Finanzausstattung der Bank bis zu 90 Mrd EUR für die nächsten zehn Jahre zu garantieren. Belgien übernahm mit 60,5% den Löwenanteil der Garantie, Frankreich 36,5% und Luxemburg 3%.

   Belgien hat nun aber offenbar Schwierigkeiten mit der Gegenfinanzierung der großzügig übernommenen Zusicherung. Um die Garantiesumme bereitzustellen, müsse das Land bis zu 54 Mrd EUR im Anleihenmarkt aufnehmen, schrieb die belgische Zeitung "De Standaard" am Dienstag ohne Angabe von Quellen. Dies kollidiere jedoch mit dem eigenem Finanzierungsbedarf des Landes für Regierungsausgaben. Belgien habe Frankreich deshalb gebeten, die Aufspaltung von Dexia neu zu verhandeln.

   Der Bericht wurde von den Beteiligten zurückgewiesen. Belgiens Finanzminister Didier Reynders sagte der Zeitung, der Rettungsplan stünde nicht in Frage und die französische Haushaltsministerin Valerie Pecresse erklärte am Mittwoch, eine Neuverhandlung der Garantien werde nicht diskutiert. Reynders reise zwar am Mittwoch nach Paris, angeblich jedoch nur, um über die Bewerbung von Lüttich für die Weltausstellung 2017 sprechen, berichtet De Standaard.

   Trotz der Dementis sorgte der Bericht für Aufregung im Markt. Bereits in der Nacht zum Mittwoch war der Euro im dünnen asiatischen Handel unter Druck geraten. Die Spekulationen über eine Gefährdung von Frankreichs Rating drückte die europäische Einheitswährung unter einen Kurs von 1,35 USD.

   Der Bericht ist auch Wasser auf die Mühlen der Skeptiker, die Frankreichs Bonitätsnote in Gefahr sehen. "Damit wird gleich wieder die Diskussion über das französische "AAA"-Rating wegen der erhöhten Gesamtverschuldung hochkochen - damit droht ein Dominoeffekt", sagte ein Händler. In Belgien war am Montag erneut die Regierungsbildung gescheitert, so dass das Land praktisch handlungsunfähig ist. Dies mache den Zeitungsbericht besonders plausibel, hieß es.

   Die CDS-Ausfallversicherungen auf Frankreich zogen zwar im frühen Geschäft an und markieren mit 248 Basispunkten einen neuen Rekordwert. Die Rendite auf zehnjährige französische Staatsanleihen stieg aber nur leicht auf 3,57%. Nach Einschätzung eines Kreditanalysten geht es bei Dexia vor allem um die Frage der Lastenverteilung der internationalen Bank. Marktbeobachter sagen bereits seit Längerem, dass Staaten und Banken in der Eurozone zunehmend eine Symbiose eingingen. Die Kreditwürdigkeit des einen sei nicht mehr unabhängig von der des anderen zu betrachten.

   Erst Anfang November hatte es Aufregung um Frankreichs Kreditwürdigkeit gegeben. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte irrtümlich eine falsche Meldung an einige Kunden versandt, wonach die Spitzennote "AAA" gesenkt worden sei. Die Ratingagentur stellte ihren Fehler umgehend richtig, doch Zweifel blieben. An den Märkten wird die Kreditwürdigkeit des mit wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Schwierigkeiten kämpfenden Landes seit Monaten als gefährdet angesehen. Am Montag warnte zudem die Ratingagentur Moody's, dass der stabile Ausblick unter Druck ist. Sollte Frankreich seine Spitzenbonität tatsächlich verlieren, droht möglicherweise sogar der Zusammenbruch des Euro-Schutzschirms EFSF.

   Dexia, die in Belgien 850 Niederlassungen und in Frankreich keine einzige Filiale hat, ist der größte Kreditgeber der Gemeinden, Städte und Regionen in Frankreich. Das Geldinstitut war vor drei Jahren zu Beginn der Finanzkrise ins Trudeln geraten. Damals hatten Frankreich, Belgien und Luxemburg das Institut mit 6,4 Mrd EUR gestützt und ihm öffentliche Garantien gegeben. Seitdem halten Frankreich und Belgien Anteile an Dexia.

   Die Dexia-Aktie legte am Mittwochmittag im Brüsseler Handel zwar um 2,9% auf 0,246 EUR zu. Der Kurs spiegele aber keine fundamentalen Daten mehr wieder, es handele sich inzwischen um ein reines "Zockerpapier", ordnete ein Marktteilnehmer die Entwicklung ein.

   Die Europäische Kommission erklärte unterdessen, sie sei noch nicht in der Lage, über den Rettungsplan für Dexia zu entscheiden. Es lägen noch nicht alle notwendigen Informationen vor. Die Staatsschulden von Belgien würden infolge der Restrukturierung der Bank steigen - neben den Kosten für die Übernahme deren belgischen Geschäftes laste auch die Rettung von anderen Instituten der Euro-Zone auf dem Land.

   Der Rettungsplan für Dexia vom Oktober sieht vor, dass die belgische Regierung den belgischen Teil des Instituts für 4 Mrd EUR komplett übernimmt. Die französische Sparte von Dexia, die sich auf die Kreditvergabe an Kommunen spezialisiert hat, soll an ein Tandem aus dem französischen Postdienstleister "La Poste" und der Staatsbank Caisse des Depots & Consignations (CDC) verkauft werden. Der luxemburgische Teil geht an eine Investorengruppe, der auch der luxemburgische Staat angehört.

-Von Stefanie Haxel, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 110, unternehmen.de@dowjones.com (Michael Denzin und Manuel Priego-Thimmel in Frankfurt haben an der Meldung mitgewirkt.) DJG/sha/kla/mgo (END) Dow Jones Newswires

   November 23, 2011 07:48 ET (12:48 GMT)

   Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 48 AM EST 11-23-11

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