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09.02.2012 17:49

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UPDATE2: EZB hält sich zu Beteiligung an Schuldenschnitt bedeckt


--Draghi: Bond-Verkauf an EFSF mit Verlust wäre Staatsfinanzierung --Draghi: Werden keine juristischen Tricks anwenden --Sieben Länder wollen Einzelkredite als Repo-Sicherheit zulassen

(NEU: Stimmen von Bankvolkswirten)

Von Hans Bentzien Dow Jones NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) schließt eine Beteiligung an einem Forderungsverzicht gegenüber Griechenland nicht völlig aus. EZB-Präsident Mario Draghi sagte bei der Erläuterung der jüngsten geldpolitischen Beschlüsse, bei einem Verkauf von Staatsanleihen an den Euro-Rettungsfonds EFSF einen Verlust zu akzeptieren, wäre Staatsfinanzierung. Das gelte jedoch nicht für einen Verzicht auf Gewinne.

   Mit den Verhandlungen über ein neues Hilfspaket für Griechenland vertraute Personen hatten gesagt, die EZB sei bereit, ihre griechischen Anleihen zu dem Preis an den EFSF zu verkaufen, den sie selbst beim Kauf gezahlt habe. Dabei würde sie keinen Verlust machen. Sollte sie die Papiere zum Nennwert abgeben, entstünde sogar ein Gewinn, den sie weitergeben könnte.

   Draghi sagte, die EZB beabsichtige nicht, gegen das Verbot der Staatsfinanzierung zu verstoßen und wolle auch keine juristischen Tricks einsetzen. Er sehe auch keinen Grund, von dem Versprechen abzugehen, die gekauften Anleihen bis zur Endfälligkeit zu halten. Sollte dies doch der Fall sein, werde die EZB darüber informieren. Andererseits sagte Draghi auch, die EZB habe nicht gesagt, wie sie mit dem Thema Griechenland umgehen werde. Auch wäre ein Verzicht auf Gewinne keine Staatsfinanzierung.

   Draghi zufolge ist die EZB besorgt wegen der Verlangsamung des Kreditwachstums. Das im Dezember begebene dreijährige Refinanzierungsgeschäft habe zwar eine schwere Kreditklemme im Euroraum verhindert, doch die EZB wolle mehr tun und habe deshalb schon im Dezember beschlossen, die Regeln für Wertpapiere zu lockern, die als Sicherheit in Refinanzierungsgeschäften mit der EZB eingesetzt werden können. Er sagte: "Wir haben uns gefragt, was können wir tun, damit diese Fazilität (ein dreijähriges Refinanzierungsgeschäft) nicht nur die großen Banken erreicht, sondern auch die kleinen und mittleren, die besonders wichtig für die Finanzierung der kleinen und mittelgroßen Unternehmen sind." Weil diese Institute nicht über so große Sicherheiten verfügten, seien die Kriterien gelockert worden.

   Der EZB-Präsident verwies darauf, dass kleine und mittlere Unternehmen für 80 Prozent der Beschäftigung im Euroraum stünden. Draghi bezog sich bei seinen Äußerungen auf einen bereits im Dezember gefassten Beschluss, dem zufolge nationale Zentralbanken des Euroraums künftig auf eigenes Risiko auch Einzelkredite als Sicherheit in Repo-Geschäften einreichen können. Dafür müssen die an derartigen Geschäften interessierten nationalen Zentralbanken ihre Sicherheitenregelungen ändern. Wie die EZB weiter mitteilte, hat sie inzwischen Regeländerungen in sieben Ländern genehmigt, darunter in Frankreich und Österreich, genehmigt.

   "Die Liquiditätsversorgung der Banken ist für die EZB auch nach der heutigen Ratssitzung wichtiger als die Leitzinsen", stellte Alexander Krüger, Volkswirt beim Bankhaus Lampe, fest. Seit Dezember stehe dieses Thema für die EZB im Mittelpunkt, was unter anderem dadurch deutlich geworden sei, dass Draghi weitere Dreijahrestender nicht ausgeschlossen habe. Für das zweite Quartal erwartet der Experte noch eine Zinssenkung, "danach dürfte die EZB ihr Pulver für den Notfall trocken halten".

   Die Einschätzung von Inflations- und Wachstumsperspektiven ließ der EZB-Rat weitgehend unverändert. Draghi zufolge ist der Wachstumsausblick weiterhin von hoher Unsicherheit und Abwärtsrisiken geprägt. Das Wachstum im Euroraum sei im vierten Quartal wahrscheinlich "sehr schwach" gewesen. Allerdings deuten jüngste Daten auf eine Stabilisierung der Aktivität auf niedrigem Niveau hin. Draghi sagte, die entsprechenden Anzeichen von Umfragen und harten Indikatoren seien etwas stärker als dies bei der letzten Ratssitzung der Fall gewesen sei. "Zugleich erwarten wir, dass sich die Wirtschaftsaktivität im Euroraum 2012 erholen wird, wenn auch nur sehr schwach", sagte Draghi.

   Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank lenkte die Aufmerksamkeit darauf, dass die EZB zwar weiterhin Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum sehe, aber das Wort "substanziell" aus dem Begleittext gestrichen habe. Die vorsichtigen Zeichen für eine Stabilisierung, die sich im Januar abgezeichnet hätten, seien bestätigt worden, sowohl in Umfragen als auch in harten Daten.

   Zu den Inflationsperspektiven äußerte sich der EZB erneut entspannt. Zwar werden die Verbraucherpreise nach Einschätzung der EZB in den kommenden Monaten weiterhin mit Jahresraten von über 2 Prozent steigen, später aber zurückgehen, sagte Draghi. Die Risiken für dieses Szenario bezeichnete er erneut als "weitgehend ausgewogen".

-Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, Hans.Bentzien@dowjones.com DJG/hab/apo (END) Dow Jones Newswires

   February 09, 2012 11:18 ET (16:18 GMT)

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