--Kuka will 2011 nun etwas höheren Umsatz erreichen
--Sämtliche Finanzkennzahlen steigen im 3. Quartal stärker als erwartet
--Aktie nach Zahlenveröffentlichung im Aufwind
--Kuka wagt momentan keine Prognose für 2012
(NEU: Details und Aussagen aus Telefonkonferenz)
Von Nico Schmidt
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Aufwärtstrend beim Roboter- und Anlagenbauer KUKA hält trotz des schwierigen Wirtschaftsumfelds an. "Unser Unternehmen hat ein hervorragendes drittes Quartal 2011 hinter sich", sagte Vorstandschef Till Reuter am Mittwoch. "Die Investitionsbereitschaft unserer Kunden ist ungebrochen hoch". Angesichts der starken Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf hält der MDAX-Rückkehrer 2011 nun einen etwas stärkeren Umsatzanstieg für möglich als bislang. Bezüglich der Aussichten für das kommende Jahr halten sich die Augsburger allerdings bedeckt.
Von einer Krise war bei Kuka im dritten Quartal nichts zu spüren: Zwischen Juli und September wurden 369 Mio EUR eingenommen, fast 35% mehr als im Vorjahresquartal. Operativ - also vor Zinsen und Steuern - verdiente das Unternehmen gut 19 (Vorjahr: 8,3) Mio EUR, unterm Strich blieben 9 Mio EUR, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein leichter Verlust angefallen war. Die deutlichen Gewinnzuwächse begründete Kuka vor allem mit der deutlich gestiegenen Auslastung in sämtlichen Geschäftsbereichen, die nahe an ihren Kapazitätsgrenzen produzieren.
Auch die positive Entwicklung an der Auftragsfront hält an: Die Bestellungen legten im dritten Quartal dank der hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie, besonders von deutschen Herstellern und Zulieferern, um ein Fünftel auf 378 Mio EUR zu. "Bereits jetzt haben wir im Auftragseingang das Niveau des Gesamtjahres 2010 übertroffen", so Reuter.
Mit den vorgelegten Drittquartalszahlen schnitt Kuka durch die Bank besser als von Analysten prognostiziert ab. Entsprechend positiv war die Resonanz am Markt: "Die Kennziffern liegen alle mehr oder minder deutlich über den Erwartungen", so ein Händler. An der Börse legt die Kuka-Aktie am Morgen zweitweise um 6% zu. Gegen 11.00 Uhr notiert das Papier bei 14,24 EUR und damit gut 3% über dem Vortagesschluss.
2011 will Kuka nun - vorausgesetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern sich nicht - Einnahmen von rund 1,35 Mrd EUR erwirtschaften. Zuvor hatten die Augsburger lediglich 1,3 Mrd EUR für möglich gehalten. Die Rendite vor Zinsen und Steuern soll weiter bei mindestens 5% liegen. Im Vorjahr hatte der Roboter- und Anlagenbauer bei Erlösen von knapp 1,08 Mrd EUR eine Rendite von 2,3% geschafft.
Vorstandschef Reuter hatte weitere gute Nachrichten für die Aktionäre im Gepäck: Für 2011 könnte es erstmals seit vier Jahren wieder eine Dividende geben. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen und obliege dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung, sagte Reuter. Allerdings sollte die grundsätzliche Dividendenfähigkeit des Unternehmens wiederhergestellt sein.
Trotz des zuletzt zunehmend schwieriger gewordenen Umfelds sind auch die weiteren Aussichten positiv: "Kuka profitiert vom langfristigen Trend zur roboterbasierten Automation - nicht nur in den Industrieländern, sondern verstärkt auch in den Schwellenländern", sagte Reuter. Den momentanen Unsicherheiten sehe er zuversichtlich entgegen, denn Kuka sei "bestens gewappnet". Zur Begründung verwies Reuter auf den hohen Auftragsbestand und die im Vergleich zu früheren Jahren deutlich niedrigeren Kosten sowie deren flexiblere Struktur.
Für eine konkrete Prognose für das kommende Jahr sei es allerdings noch zu früh, sagte Finanzvorstand Stephan Schulak. In Schwellenländern werde es 2012 wohl Wachstum geben, in etablierten Märkten wie in Europa oder den USA dagegen wenn überhaupt nur moderate Zuwächse, ergänzte Reuter. Das zur Jahresmitte in Aussicht gestellte Umsatzplus im mittleren, einstelligen Prozentbereich wollte das Management angesichts der unsicheren Lage nicht bekräftigten, es ist laut Schulak aber keinesfalls außer Reichweite.
-Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires;
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