(NEU: Kein Ausblick, Stellenabbau nicht geplant, Details)
Von Madeleine Nissen
Dow Jones NEWSWIRES
WIESLOCH (Dow Jones)--Der Finanz- und Vermögensberater MLP AG blickt nach einem schwierigen ersten Quartal vorsichtig nach vorn. Sonderbelastungen und zögerliche Anleger, die sich in Zeiten der Krise nicht festlegen möchten, haben den Überschuss um 97% auf 0,3 Mio EUR schmelzen lassen. "Bei unseren Kunden besteht durch die tief greifende Finanz- und Wirtschaftskrise ein hoher Beratungsbedarf, gleichzeitig hat sich aber die Zurückhaltung beim Abschluss lang laufender Verträge im ersten Quartal fortgesetzt", sagte MLP-Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg am Mittwoch.
Die Rahmenbedingungen bleiben nach Einschätzung des Finanzdienstleisters durch die Wirtschafts- und Finanzkrise auch in den kommenden Monaten sehr schwierig. Zum erwarteten Ergebnis im laufenden zweiten Quartal wollte sich MLP noch nicht äußern. Hierfür sei es noch zu früh, sagte Schroeder-Wildberg bei einer Telefonkonferenz. Auch eine Prognose für das Gesamtjahr 2009 gibt MLP derzeit nicht ab. Der Dividendenvorschlag für 2008 bleibt wie angekündigt bei 0,28 EUR.
Angesichts der schwierigen Marktbedingungen will MLP bis 2010 die Kosten deutlich senken. Ein Stellenabbau sei allerdings nicht geplant, sagte Schroeder-Wildberg. Das im Februar angekündigte Programm zur Senkung der Kosten um insgesamt 34 Mio EUR verläuft laut MLP planmäßig. Die Kostenbasis im Geschäftsjahr 2009 soll wie angekündigt um zwölf Mio EUR sinken; für das Geschäftsjahr 2010 sind zusätzliche Einsparungen von zehn Mio EUR geplant. In 2009 entfallen zudem Einmalausgaben von zwölf Mio EUR.
Nachdem im Vergleichszeitraum die Erhöhung der geförderten Beiträge zur Riester-Rente rund ein Viertel zu den Umsätzen beigetragen hatte, gingen die Gesamterlöse im ersten Quartal 2009 um 19% auf 125,5 Mio EUR zurück. Als Folge der Beteiligung von Swiss Life und den damit verbundenen Auswirkungen seien einmalige Kosten von rund 3,3 Mio EUR für rechtliche und kapitalmarktrelevante Beratungsleistungen angefallen. Bereinigt um diesen Sondereffekt betrug das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 6,8 (25,1) Mio EUR.
Die jährliche Ausschüttung an die Minderheitsaktionäre des Tochterunternehmens Feri Finance AG hat das Finanzergebnis im ersten Quartal wie geplant um 3,1 Mio EUR gemindert.
Nach der Einführung des Gesundheitsfonds bildete die private Krankenversicherung im ersten Quartal einen vertrieblichen Schwerpunkt. Gegenüber dem Vorjahr legten die Erlöse in dieser Sparte um 20% auf 13,7 Mio EUR zu.
Ähnlich wie im zweiten Halbjahr 2008 waren die kapitalmarktnahen Bereiche von MLP maßgeblich von der Finanzkrise geprägt. Anstelle langfristiger Vermögensanlagen entschieden sich Kunden vielfach für kurzfristige Sparformen. Vor diesem Hintergrund fielen die Erlöse aus dem Vermögensmanagement um 16% auf 17,2 Mio EUR. Die Altersvorsorge lag mit 62,9 (87,5) Mio EUR ebenfalls unter dem Vorjahr.
Über sämtliche Beratungssparten hinweg lagen die Provisionserlöse bei 111,6 (138,7) Mio EUR. Leicht rückläufig waren auch die Erlöse aus dem Zinsgeschäft, die im ersten Quartal aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus auf 9,2 (10,0) Mio EUR sanken.
Zwischen Januar und März hat MLP insgesamt 6.600 Neukunden gewonnen. Die Gesamtkundenzahl stieg inklusive des übernommenen Finanzmaklers ZSH auf 773.000. Die Beraterzahl legte auf 2.435 zu (31.12.2008: 2.413).
Die liquiden Mittel stiegen auf 216,4 (31.12.2008: 210,1) Mio EUR. "Gerade unter den derzeitigen Rahmenbedingungen profitieren wir von unserer finanziellen Stärke. Unsere hervorragende Kapitalbasis bietet uns umfangreiche Spielräume, auch im Hinblick auf die anstehende Branchenkonsolidierung", sagte Andreas Dittmar, Direktor Finanzen bei MLP. In einem Interview hatte zuvor MLP-Vorstandschef Schroeder-Wildberg gesagt, er sei an Übernahmen interessiert.
Webseite: http://www.mlp.de
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May 13, 2009 06:27 ET (10:27 GMT)
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