--SAP legt besser als erwartete Geschäftszahlen vor
--Umsatz und Gewinn deutlich gestiegen
--SAP-Aktie klettert um mehr als 3 Prozent
(NEU: Marktreaktion, Analyst, Hintergrund)
Von Jörn Rehren
Dow Jones NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Angetrieben von einer starken Nachfrage hat der deutsche Softwareriese SAP Rekordzahlen vorgelegt und besser abgeschnitten als der Erzrivale Oracle. Von dem Konjunkturabschwung in Europa ist bei den Walldorfern keine Spur. Sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz gelang es dem DAX-Konzern, die Erwartungen der Analysten und die eigene Prognose zu übertreffen. Auf dem Parkett kommen die Nachrichten gut an: "Nach den schwachen Zahlen von Konkurrent Oracle ist das echt eine Überraschung", so ein Händler.
Viele Marktteilnehmer hatten die Aktie im Vorfeld der Zahlen, die SAP überraschend vorlegte, offenbar leerverkauft und müssen ihre Positionen nun eindecken. Die Aktie steigt um mehr als 3 Prozent. Eigentlich wollte der Konzern sein Zahlenwerk erst Ende des Monats vorlegen.
Für 2011 vermeldet der weltgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware Rekordergebnisse. Das Betriebsergebnis nach der internationalen Rechnungslegungsvorschrift IFRS stieg deutlich gegenüber dem Vorjahr um 88 Prozent auf 4,88 Milliarden Euro, wie SAP auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. SAP selbst hatte nur bis zu 4,65 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 14,23 Milliarden Euro.
Bei dem Gewinnanstieg ist jedoch zu berücksichtigen, dass SAP im Vorjahr eine Rückstellung über 1,3 Milliarden Dollar für eine mögliche Strafzahlung an den Erzrivalen Oracle verbuchte. Von dieser Rückstellung wurden inzwischen wieder gut eine Milliarde aufgelöst. Hintergrund: Ein kalifornisches Bezirksgericht hatte die Strafe wegen Copyright-Vergehen der früheren SAP-Tochter TomorrowNow um diesen Betrag gemindert.
Als "sehr erfreulich" stuft Mirko Maier, Analyst bei der LBBW, das Ergebnis von SAP ein. "Die Lizenzerlöse (Softwareerlöse) übertreffen meine und die Schätzung des Marktes deutlich", sagte er. "Nach den enttäuschenden Zahlen von Software AG und Oracle hat kaum jemand mit einem solchen Rekordergebnis gerechnet", so der Analyst.
Die Softwareerlöse, die für die Zukunft stabile Wartungsumsätze generieren und deshalb von Analysten stark beachtet werden, stiegen im Schlussquartal um 16 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 17 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten lediglich mit 1,63 Milliarden Euro gerechnet.
Das bereinigte Betriebsergebnis erreichte im vierten Quartal 1,78 Milliarden Euro - ein kräftiges Plus von 10 Prozent. Damit liegt SAP auch über den Schätzungen der Analysten.
"Die Rekordergebnisse sind auf ein hervorragendes Wachstum im Kerngeschäft mit Unternehmensanwendungen, die starke Nachfrage im Bereich Analyse- sowie Mobilitatslösungen und das beschleunigte Umsatzwachstum mit der bahnbrechenden SAP HANA Technologie zurückzuführen", begründet SAP.
HANA - eine Abkürzung für High-Performance Analytic Appliance - ist das neue Wunderkind im Hause der Walldorfer. Die Datenbanklösung basiert auf der so genannten In-Memory-Technologie, bei der die Daten direkt im Arbeitsspeicher gehalten und neuartig strukturiert werden. Sie müssen für die Bearbeitung also nicht erst von der langsameren Festplatte geholt werden.
Andere Softwarehersteller wie Oracle oder auch Software AG hatten von deutlicher Kaufzurückhaltung zum Jahresende gesprochen. Bei Oracle waren die Lizenzeinnahmen deshalb um lediglich zwei Prozent gestiegen, während die Software AG sogar eine Umsatz- und Gewinnwarnung abgeben musste. SAP hatte sich dagegen auch im Spätherbst trotz Finanzkrise und allgemeiner Konjunktursorgen immer wieder zuversichtlich zu ihrem Geschäft geäußert und von einer starken Pipeline gesprochen.
- Von Jörn Rehren, Dow Jones Newswires;
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(Philipp Grontzki und Stefanie Haxel in Frankfurt hat an der Meldung mitgewirkt.)
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January 13, 2012 10:56 ET (15:56 GMT)
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