von Tim Schäfer, New York
Der Finanzdienstleister aus dem US-Bundesstaat Georgia bietet Lebens- und Krankenzusatzversicherungen in Japan und den USA an. Beide Länder sind die zwei größten Versicherungsmärkte der Welt. Die Aktie litt in den vergangenen Monaten unter der Krise in Europa, weil der Kapitalstock teilweise in der EU-Zone investiert ist. Für negative Überraschungen besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Schließlich ist das festverzinsliche Portfolio zu 94,4 Prozent mit soliden Anleihen bestückt, die mit einem „Investment Grad“ der Ratingagenturen versehen sind.
„Wir managen Aflac so umsichtig, dass wir jederzeit unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Versicherungskunden erfüllen können, eine starke Eigenkapitalausstattung hat bei uns Priorität“, sagte Vorstandschef Daniel Amos auf seinem alljährlichen Investorentag in New York vor zwei Monaten. Der 60-jährige Amos beklagte sich über die niedrige Bewertung: „Normalerweise kommentiere ich unseren Aktienkurs nicht, aber dieses Mal muss ich ihnen sagen, dass ich nicht zufrieden bin mit der aktuellen Bewertung. Wir werden momentan mit einem signifikanten Abschlag zu unserer Vergleichsgruppe mit Blick auf die Ergebnisschätzungen gehandelt.“ Der Wink mit dem Zaunpfahl half nicht. Seit dem Kommentar entwickelte sich der Kurs seitwärts.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis rangiert in der Tat bei erstaunlichen 6,6 für das laufende Jahr. Obendrein gibt es eine Dividendenrendite von 3,0 Prozent. Der Finanzdienstleister Standard Poor's führt Aflac auf seiner renommierten Liste der „Dividenden-Aristokraten“ und empfiehlt die Aktie zum Kauf. Auf die Liste kommt nur, wer für mindestens 25 Jahre in Folge die Dividenden erhöht hat. Das Aflac-Management hebt die Ausschüttung seit 29 Jahren an, selbst in Rezessionsphasen gab es mehr Geld für die Anteilseigner. Wer vor zehn Jahren eingestiegen ist, konnte eine Gesamtrendite von 108 Prozent einschließlich der Dividendenzahlungen eintüten. Der Börsenwert beträgt 20 Milliarden Dollar. Dem steht ein Umsatz von zuletzt 22 Milliarden Dollar gegenüber.
Kursziel: 44,00 Euro
Stopp: 30,00 Euro
Empfehlung: Kaufen
Zum Autor
Tim Schäfer ist Journalist und schreibt seit 1998 über Börse, Aktien und Unternehmen. Seit 2006 lebt der studierte Diplom-Betriebswirt und DVFA-Aktienanalyst in New York und berichtet von dort über die Geschehnisse an der Wall Street, unter anderem für Euro am Sonntag. Bekannt ist Schäfer für seine Berichterstattungen über kleine Nebenwerte.