von Tim Schäfer, New York
Warren Buffett gilt als einer der besten Investoren unserer Zeit. Seit dem Jahr 1964 steigerte er das Eigenkapital seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway um 19,8 Prozent jährlich. In der gleichen Zeit legte der S&P-500-Index nur um 9,2 Prozent zu. Trotz der legendären Leistung des Börsenaltmeisters leidet derzeit sein Imperium unter den Turbulenzen an den Finanzmärkten.
Der Börsenwert ist mit knapp 200 Milliarden Dollar überschaubar. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) beträgt nur 1,14. Anders ausgedrückt notiert das kerngesunde Konglomerat nur 14 Prozent über dem reinen Buchwert. Das ist moderat. Buffett hat angekündigt, wenn das KBV auf 1,1 oder darunter fällt, werde er von seinem Aktienrückkaufprogramm Gebrauch machen. Das stützt den Kurs. Zudem ist zu beachten, dass der Konzern nach äußerst konservativen Maßstäben geführt wird. 37 Milliarden Dollar liegen in der Kriegskasse.
Gewiss sorgen sich die Anhänger Buffetts um seine Prostatakrebserkrankung. Doch konnte der Milliardär seine Aktionäre beruhigen. Der 82-jährige möchte den Krebs behandeln. Er betont, sich wohlzufühlen, er will Vorstandschef bleiben. Sollte der Investor die Geschäfte nicht mehr führen können, so sind seine Nachfolger intern vorbereitet, den bisherigen Anlagestil fortzusetzen. Brot- und Buttergeschäft ist das Versicherungsgeschäft.
Daneben gehören eine Reihe von Familienunternehmen sowie bedeutende Aktien-Positionen von beispielsweise Coca-Cola, Wells Fargo, IBM oder Münchener Rück zum Portfolio. Das Risiko ist bei dieser Aktie gering, die Chance hoch. Erholt sich die Konjunktur, hat der Kurs ein schönes Nachholpotential. In Guten Zeiten kann der Titel durchaus 30 oder 40 Prozent über dem Buchwert notieren.
Kursziel: 80,00 Euro
Stopp: 58,70 Euro
Empfehlung: Kaufen
Zum Autor
Tim Schäfer ist Journalist und schreibt seit 1998 über Börse, Aktien und Unternehmen. Seit 2006 lebt der studierte Diplom-Betriebswirt und DVFA-Aktienanalyst in New York und berichtet von dort über die Geschehnisse an der Wall Street, unter anderem für Euro am Sonntag. Bekannt ist Schäfer für seine Berichterstattungen über kleine Nebenwerte.