von Tim Schäfer, New York
Gemessen am Umsatz ist der texanische Ölgigant Exxon Mobil der größte Konzern der Welt. Vorstandschef Rex Tillerson skizzierte einmal in New York auf einer Analystenkonferenz seine Vision ganz simpel: „Die Weltbevölkerung wächst. Milliarden von Menschen brauchen Energie. Bis 2040 wird der Energiebedarf um 30 Prozent steigen.“ Für die wachsende Nachfrage nach Öl und Gas fühlt sich der Manager gerüstet.
Das Geschäft gleicht schon heute einer Gelddruckmaschine. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von 383 auf 486 Milliarden, der Überschuss kam von 30 auf 41 Milliarden Dollar voran. Tillerson schüttete Dividenden im Volumen von neun Milliarden Dollar aus. Er kaufte für 21 Milliarden Dollar Aktien zurück. In neue und bestehende Projekte investierte er 31 Milliarden Dollar.
Trotz der soliden Kursperformance und ständig neuer Rekordzahlen liegt das KGV unterhalb von zehn. Insofern ist die Aktie ein Schnäppchen. Selbst wenn der Ölpreis angesichts der Sorgen vor einer Rezession korrigieren sollte, ist der Kurs nach unten gut abgesichert. Zum einen hilft das aggressive Aktienrückkaufprogramm. Zum anderen stützt die Dividende, die mit 2,8 Prozent rentiert.
Die Börsenwaage zeigt 383 Milliarden Dollar an. Das ist deutlich weniger als der Umsatz, der dieses Jahr bei 502 Milliarden Dollar landen dürfte. Grundsolide ist die Bilanz, es gibt keinerlei Schulden. Der Titan ist ein sicherer Hafen für das Finanzchaos. Wenn die Konjunktur wieder anspringt, kann der Kurs kräftig anziehen. Nicht ohne Grund wurde Gründer John Rockefeller zur reichsten Person mit dem Unternehmen.
Kursziel: 73,00 Euro
Stopp: 57,10 Euro
Tim Schäfer ist Journalist und schreibt seit 1998 über Börse, Aktien und Unternehmen. Seit 2006 lebt der studierte Diplom-Betriebswirt und DVFA-Aktienanalyst in New York und berichtet von dort über die Geschehnisse an der Wall Street, unter anderem für Euro am Sonntag. Bekannt ist Schäfer für seine Berichterstattungen über kleine Nebenwerte.
Bildquellen: Keystone