FRANKFURT (Dow Jones)--Der US-Automobilmarkt dürfte nach Einschätzung der Hersteller das Schlimmste hinter sich haben. Mit 860.000 Fahrzeugen blieb der Juni-Absatz laut Erhebungen der Marktforscher von Autodata zwar noch um 28% unter der Marke des Vorjahres, doch war dies der bislang geringste Rückgang im laufenden Jahr. Auch die erhoffte Marke von 10 Mio Fahrzeugen beim saisonal bereinigten Jahresabsatz wurden mit 9,69 Mio nicht ganz erreicht.
Dennoch äußerten sich die Hersteller zuversichtlich: Der Toyota-Vizechef für die USA, Bob Carter, erklärte, er glaube, dass die Talsohle bereits durchschritten sei. Ähnlich äußerte sich auch General-Motors-Vertriebschef Mark LaNeve. "Sehr deutlich" spüre GM, dass die Branche den Boden bereits hinter sich habe, sagte er in einem Telefoninterview. Etwas vorsichtiger formulierte es George Pipas, Verkaufsanalyst bei Ford: "Der Einbruch der Automobilbranche scheint sich einem Wendepunkt zu nähern."
Dabei ist Ford der eindeutige Gewinner im Juni. Der einzige der drei US-Autokonzerne, der ohne Staatshilfe auskommt, verlor im zurückliegenden Monat nur noch 11% seines Absatzes und bekräftigte am Mittwoch, seine Produktion im dritten Quartal um 16% ausweiten zu wollen. Mit knapp 155.200 verkauften Fahrzeugen übertraf Ford zum vierten Mal in Folge den bisher zweiten in der Rangfolge: Toyota. Die Japaner büßten 32% auf 131.654 Einheiten ein.
Anders als Ford zeigten sich die Absatzzahlen von General Motors und Chrysler im Juni schwächer als erwartet: GM verkaufte 33% weniger als im Vorjahresmonat, bei Chrysler lag das Minus gar bei 42%. Beide Konzerne litten unter schwindenden Flottenverkäufen etwa an Autovermieter. Hier büßte GM die Hälfte seines Absatzes ein, bei Chrysler schwanden sie gar zu 95%.
Unter den deutschen Hersteller lief es am besten für Audi. Die Ingolstädter meldeten mit 7.524 Einheiten den bisher besten Verkaufsmonat in diesem Jahr. Der Verkauf ging zum Vorjahr allerdings um 8,3% zurück, wobei die Modelle A5 und Q5 die ansonsten deutlich zweistelligen Rückgänge kompensierten. Volkswagen meldete ein Absatzminus von 18% auf gut 19.000 Einheiten und profitiert dabei von der weiter starken Nachfrage nach dem Jetta und dessen Kombiversion.
BMW und Daimler verloren mit ihren Kernmarken beide gut 20% Absatz im Juni, während sich die Kleinwagen der beiden Konzerne unterschiedlich entwickelten. Beim Mini konnten die Münchener das Minus auf 21,2% auf 5.211 Fahrzeuge begrenzen. Der smart von Daimler dagegen wurde im Juni nur noch 1.116 Mal nachgefragt und damit nicht einmal halb so stark wie noch vor einem Jahr.
Den größten Einbruch unter den deutschen Herstellern verzeichnete allerdings Porsche. Der US-Absatz der Stuttgarter ging im Juni um annähernd zwei Drittel auf noch 902 Fahrzeuge zurück. Hauptverantwortlich ist die schwindende Nachfrage beim Cayenne. Hier fielen die Verkäufe auf ein Viertel des Niveaus vom Juni 2008.
Getrieben wurde der Absatz der Volumenhersteller im zurückliegenden Monat von teils hohen Verkaufsanreizen, die nach Erhebungen der Marktforscher von Edmunds.com im Schnitt 20% höher ausfielen als noch ein Jahr zuvor. Chrysler gab pro Fahrzeug 4.873 USD auf den Listenpreis und lag damit an der Spitze. Ford und GM kamen auf gut 3.500 USD, bei Toyota waren es im Schnitt 1.362 USD.
Beobachter gehen davon aus, dass die Rabatte bald sinken dürften, zumal die Hersteller ihre Lagerbestände in der Krise deutlich abgebaut haben, Ford um 38% und GM um 27%.
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-Von Olaf Ridder, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 111,
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(Doug Cameron, Jeff Bennett, Andrew Grossman und John Kell haben zu diesem
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