von Jörg Bernhard
Dieser Börsengang „ging so richtig in die Hose“. Zugeteilt zu 38,00 Dollar haben Anleger, die beim IPO zugegriffen haben, ihren Kapitaleinsatz glatt halbiert. Am 4. Oktober meldete Unternehmenschef Zuckerberg, dass man seit Mitte September mehr als eine Milliarde Kunden hat. Den Börsianern war es egal, die Aktie gab seither von 22,32 auf aktuell 19,00 Dollar nach. Nicht egal dürfte ihnen hingegen das Zahlenwerk zum dritten Quartal sein. Dieses soll am Dienstagabend veröffentlicht werden und dürfte an der Börse mit großer Spannung erwartet werden. Das größte Kapital von Facebook ist natürlich die große Nutzerzahl. Doch den Beweis, dass man damit auch angemessen Geld verdienen kann, blieb das Unternehmen bislang schuldig.
Analysten werden skeptischer
Die durchschnittlichen Gewinnschätzungen der Analysten tendierten in den vergangenen drei Monaten leicht bergab. Für das dritte Quartal sank der prognostizierte Wert in dieser Zeit von 0,12 auf 0,11 Dollar pro Aktie und für das vierte Quartal gab es einen Rückgang von ursprünglich 0,15 auf 0,13 Dollar zu beklagen. Alles in allem tendieren die Ratings dennoch eher in die bullishe Richtung, aber das trifft auf viele Titel zu und liegt wohl in der Natur eines Analysten. In den vergangenen Monaten wechselten allerdings einige Experten ins Bullenlager. Aktuell sprechen 20 Analysten ein „Buy“ aus, 3 vergeben ein „Overweight“, 15 stufen den Titel als „Hold“ und immerhin drei halten von der Aktie offensichtlich nichts und vergeben mit „Sell“ die schlechteste Note. Extreme Meinungsunterschiede gibt es auch bei den prognostizierten Kurszielen zu vermelden. Diese reichen nämlich von 15,00 bis 41,00 Dollar und ergeben einen Mittelwert von 28,63 Dollar. Auf Basis des Schlusskurses vom Freitag entspräche dies einem Kurspotenzial von 50 Prozent. So schnell wie die Firma unter Anlegern in Misskredit fiel, dürfte das Vertrauen allerdings nicht zurückkehren.
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