von Jörg Bernhard
Erinnern Sie sich noch an die peinliche Panne des milliardenschweren Internet-Unternehmens Google? Vor drei Monaten wurde ein unfertiger Quartalsbericht mit schlechter als erwarteten Zahlen früher als geplant veröffentlicht und löste nachfolgend eine Verkaufswelle aus. In der Spitze verlor die Google-Aktie an diesem Tag mehr als zehn Prozent an Wert. Zeitweise musste der Titel sogar vom Handel ausgesetzt werden. Die Übernahme von Motorola war für den massiven Gewinneinbruch verantwortlich. Während der Quartalsumsatz – bedingt durch die Übernahme – um 45 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar anstieg, gab es beim Gewinn einen Rückgang um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar zu beklagen. Das operative Minus von Motorola machte dabei 527 Millionen Dollar aus. Bislang läuft der Ausbau des mobilen Internetgeschäfts etwas holprig.
Skepsis der Analysten wächst
Die meisten Analysten sind von den Vorzügen der Google-Aktie zwar weiterhin überzeugt, in den vergangenen drei Monaten stutzen sie ihre Gewinnprognosen für das abgelaufene (Q4 2012) und das laufende Quartal (Q1 2013) sukzessive zurück. Im Konsens sank der durchschnittlich prognostizierte Erwartungswert für das Schlussquartal von 10,65 auf 10,61 Dollar pro Aktie. Bei den ausgesprochenen Kaufempfehlungen (Buy) war in diesem Zeitraum ein Rückgang von 30 auf 27 zu beobachten, wobei kein Aktienexperte den Titel zum Untergewichten (Underweight) oder gar Verkauf (Sell) stellt. Nichtsdestotrotz bewegen sich die ausgesprochenen Kursziele in einer breiten Range von 675 bis 910 Dollar. Mit einem Durchschnittswert von 803,06 Dollar wird der aktuelle Freitagsschluss in Höhe von 704,51 Dollar um 14 Prozent übertroffen. Zur Erinnerung: Vor der PR-Panne bewegte sich der Aktienkurs mit 755 Dollar in deutlich höheren Kursregionen.
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