von Sven Parplies, Euro am Sonntag
Den inoffiziellen Auftakt macht wie üblich der Aluminiumhersteller Alcoa, der seine Zahlen am Montag vorlegt. Analysten haben ihre Prognosen für den Konzern zuletzt deutlich gesenkt. Im Schnitt wird laut Datendienst Bloomberg ein Verlust von einem Cent je Aktie erwartet.
Ein Blick auf die Prognosen für den breit aufgestellten Aktienindex S & P 500 zeigt dagegen Optimismus — jedoch nachlassenden: Laut Thomson Reuters rechnen Analysten für das vierte Quartal mit einem Anstieg der Unternehmensgewinne um acht Prozent. Damit wurden die
Erwartungen zurückgefahren: Anfang Oktober waren Analysten für den S & P 500 von 15 Prozent Gewinnzuwachs ausgegangen. Sollte sich die aktuelle Prognose erfüllen, hätten die wichtigsten US-Unternehmen ihre Gewinne im Gesamtjahr 2011 um elf Prozent verbessert.
Die Vorabmeldungen der Unternehmen zum vierten Quartal deuten darauf hin, dass die Erwartungen womöglich zu hoch sind: Auf 27 Vorabmeldungen mit positiver Überraschung kamen laut Thomson Reuters 96 negative. Das entspricht einer Quote von 3,6 — der schlechteste Wert seit dem zweiten Quartal 2001. Der langfristige Schnitt liegt bei 2,3.

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Für das neue Jahr gehen die Börsenprofis weiterhin von steigenden Unternehmensgewinnen aus — trotz erheblicher Konjunkturrisiken. Sie rechnen für den S & P 500 mit einem Zuwachs von zehn Prozent. Diese Prognose ist allerdings mit etlichen Unsicherheiten behaftet.
Ausgerechnet von den Finanzwerten wird 2012 der deutlichste Zuwachs, nämlich um 24 Prozent, erwartet. Auch die Branchen Industrie und Konsum sollen zweistellig zulegen. Nur bei den Versorgern sehen Analysten für das neue Jahr ein moderates Minus in den Bilanzen voraus.
Ausschlaggebend für die Kursreaktion der Börse auf die Quartalszahlen wird nicht die Höhe der Gewinne, sondern der Überraschungsfaktor der einzelnen Unternehmen sein. Im dritten Quartal 2011 hatten 70 Prozent die Erwartung der Börse übertroffen. Das entspricht in etwa dem langjährigen Mittelwert.