Von Juli bis September sackte der Erlös um 16 Prozent auf rund 14 Milliarden US-Dollar ab, wie der Bayer
-Konkurrent am Donnerstag am Firmensitz in New York mitteilte. Für den Schrumpfkurs ist hauptsächlich der Blutfettsenker Lipitor verantwortlich: Vergangenen November hatte das Medikament seinen lukrativen Patentschutz verloren. Seitdem hat sich der Umsatz des ehemaligen Kassenschlagers mehr als halbiert.
An der Börse kamen die Zahlen und der Ausblick offenbar nicht gut an. Auch ein neues milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm konnte die Stimmung nicht drehen: Pfizer-Aktien verloren gegen den positiven Markttrend 1,41 Prozent auf 24,52 Dollar und waren damit Schlusslicht im Dow.
PFIZER AUF SCHRUMPFKURS - LIPITOR-UMSATZ SACKT AB
Alleine in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sackte der Lipitor-Umsatz um mehr als 50 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar ab. Zu seinen besten Zeiten hatte das Mittel Pfizer 13 Milliarden Dollar pro Jahr eingebracht - und war damit das umsatzstärkste Medikament weltweit. Fast zehn Milliarden Dollar hat Pfizer in den vergangenen Jahren jährlich in die Forschung gesteckt. Ohne erkennbaren Erfolg, denn das Wachstum beruht schon seit Jahren praktisch ausschließlich auf Zukäufen.
Auch für den Gewinn ging es bergab: Unter dem Strich fiel der Überschuss um 14 Prozent auf 3,2 Milliarden US-Dollar, wie der Hersteller der Potenzpille Viagra weiter mitteilte. Vor Sonderposten trafen die New Yorker trotz des Einbruchs mit einem Ergebnis von 0,53 Dollar je Aktie die Erwartungen der Wall Street.
BESSERUNG NICHT IN SICHT
Eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht. Für 2012 konkretisierte Konzernchef Ian Read die Umsatzerwartung und rechnet nun mit Erlösen von 58 bis 59 Milliarden Dollar, rund zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Zuvor wurden 58 bis 60 Milliarden in Aussicht gestellt. Beim Gewinn vor Sonderposten werden nun 2,14 bis 2,17 Dollar je Aktie nach bisher 2,12 bis 2,22 Dollar je Anteilsschein angepeilt. 2013 dürften die Erlöse alleine schon durch die Trennung von der Tiermedizin weiter schrumpfen. Wenn Pfizer keine größeren Übernahmen auf den Weg bringt, könnte der Konzern von Platz eins auf Rang zwei abrutschen.
Mit den Verkäufen gibt der Konzernchef bis Mitte 2013 Milliarden Dollar an Jahresumsatz ab. Die Nahrungsmittelsparte wurde im April für fast zwölf Milliarden Dollar an den Schweizer Nestlé-Konzern verkauft. Einen Minderheitsanteil von bis zu 20 Prozent an der Tierarzneisparte will Pfizer im ersten Halbjahr 2013 unter dem Namen Zoetis an den Markt bringen. Mit der Sparte erlöste der US-Konzern im vergangenen Jahr 4,23 Milliarden Dollar.
AKTIENRÜCKKAUF IN MILLIARDENHÖHE
Mit den Quartalszahlen kündigte der Pharmariese auch einen Aktienrückkauf in Milliardenhöhe an: Mit Abschluss des Verkaufs der Babynahrungssparte an den schweizerischen Nahrungsmittel-Konzern Nestlé sollen eigene Aktien im Wert von 10 Milliarden Dollar erworben werden. Alleine im Oktober haben die Amerikaner aus einem früheren Programm bereits Milliarden für Aktienrückkäufe ausgegeben.
Wegfallender Patentschutz für wichtige Arzneien ist nicht nur ein Problem von Pfizer - sondern ein zentrales der Pharmabranche. Laut Branchendienst IMS Health verlieren bis 2013 Medikamente mit einem Umsatz von rund 135 Milliarden Dollar weltweit ihren lukrativen Patentschutz. Das ist mehr als je zuvor. Insgesamt ist der Weltpharmamarkt fast 900 Milliarden Dollar schwer./ep/fn/he
NEW YORK (dpa-AFX) -