von Euro-Redakteur Richard Pfadenhauer
Pharmariesen, Krankenhausbetreiber, Medizintechnikfirmen und Biotechkonzerne haben Grund zum Feiern: Das Ringen um die Gesundheitsreform hat ein Ende. Zu begrüßen sind 30 Millionen neue Kunden. Zudem hat sich die Lobbyarbeit der Konzerne und Verbände ausgezahlt. Obamas Regierung hat zahlreiche Zugeständnisse gemacht, um die nötigen Stimmen im US-Repräsentantenhaus zu erhalten.
So mussten Pharmariesen wie Pfizer kaum Preiszugeständnisse für Medikamente machen, und ihr Beitrag zur Finanzierung der Reform beginnt erst 2011. Biotechfirmen können exklusiv für zwölf Jahre ihre teuren Medikamente verkaufen, ehe Generikahersteller Alternativen anbieten dürfen. Medizintechnikfirmen wie Medtronic müssen nicht sofort, sondern erst 2013 eine Umsatzsteuer bezahlen.
Krankenhausbetreiber wie Amerigroup und Community Health System werden bei Zuschüssen zwar Einbußen von insgesamt 155 Milliarden in der kommenden Dekade akzeptieren. Im Gegenzug profitieren sie vom Anstieg zahlender Patienten.
Neben amerikanischen Unternehmen werden auch deutsche Firmen von der Reform profitieren. Dazu zählen Fresenius Medical Care als einer der größten Dialyseklinikbetreiber der USA sowie UMS, ein Anbieter von mobilen Diagnosesystemen mit Geschäftsschwerpunkt in den USA. Zu den größten Verlierern zählen die Krankenversicherungen. Sie werden verpflichtet, Kunden auch bei nicht
gewinnbringenden Konditionen zu akzeptieren.
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