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16.01.2009 14:03

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US-Großbanken schocken mit milliardenschweren Verlusten

Citigroup zu myNews hinzufügen Was ist das?


Die US-Finanzriesen Citigroup und Bank of America haben ein desaströses Schlussquartal hinter sich gebracht und Milliardenverluste eingefahren. Während die Citigroup mit einer umfangreichen Neustrukturierung reagiert, die zu einer Aufspaltung des Konzerns führt, springt der Bank of America abermals der Staat zur Seite und bewilligt neue milliardenschwere Beihilfen.

Die Finanzkrise schlägt massiv bei den US-Großbanken durch. Der ehemalige größte Finanzkonzern Citigroup hat im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres ein massives Minus von 8,3 Milliarden Dollar eingefahren. Das entspricht einem Verlust je Aktie von 1,72 Dollar. Bereits im Vorquartal hatte ein Milliardenminus zu Buche geschlagen - im Gesamtjahr summierten sich die Verluste den Angaben zufolge damit auf 18,7 Milliarden Dollar. Damit schnitt das angeschlagene Institut nochmals schlechter ab, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Belastend hatten sich dabei insbesondere erneute Abschreibungen auf faule Kredite in Milliardenhöhe erwiesen. Auch bei den Einnahmen bekam das Unternehmen die Folgen der Krise zu spüren: Diese sanken im vierten Quartal um 13 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar.

Angesichts des erneuten Geschäftseinbruchs hat die Citigroup nun einen umfangreichen Konzernumbau beschlossen und will sich in zwei operative Einheiten aufspalten. Diese sollen Citi Holdings und Citicorp heißen. Während im ersten Bereich der universelle Bankenteil mit Einlagen von rund 1,1 Billionen Dollar untergebracht wird, wird der übrige Teil in die Citi Holdings ausgelagert, hieß es von Konzernseite am Freitag.

Damit legt das Institut das ehemalige Modell eines Allfinanzkonzerns endgültig zu den Akten. Erst in dieser Woche wurde bestätigt, dass der Konzern seine Wertpapierhandelstochter Smith Barney in ein Joint Venture mit dem Konkurrenten Morgan Stanley einbringt. Morgan Stanley zahlt den Angaben zufolge 2,7 Milliarden Dollar und übernimmt mit 51 Prozent die Führung im Gemeinschaftsunternehmen - mit der Option auf eine Komplettübernahme. Die Transaktion spült neues Geld in die leeren Kassen der Citigroup. Ob dies jedoch reicht, um dem Konzern aus der Krise zu helfen, bleibt abzuwarten, denn auch der vier Milliarden Dollar schwere Erlös aus dem Verkauf der Citibank hatte den erneuten Geschäftseinbruch kaum abmildern können. Daraufhin hatte der Staat dem Institut mit insgesamt 45 Milliarden Dollar unter die Arme gegriffen.

Doch die Citigroup ist nicht der einzige Empfänger milliardenschwerer Beihilfen aus dem staatlichen Rettungspaket. Auch die Bank of America hat eine erneute Kapitalspritze aus Washington erhalten. 20 Milliarden Dollar zahlt die US-Regierung und zapft damit abermals das Bankenrettungspaket an, aus dem das Institut bereits einmal 25 Milliarden Dollar erhalten hatte. Dafür kauft sich der Staat mit acht Prozent bei der BoA ein und erhält Vorzugsaktien des Finanzhauses. Zusätzlich soll der Konzern Garantien über Wertpapierverluste in Höhe von 118 Milliarden Dollar erhalten, hieß es weiter. Damit soll die milliardenschwere Übernahme von Merrill Lynch, an der sich die Bank of America offenbar verhoben hatte, besser zu verdauen sein, so die Hoffnung der US-Regierung. Denn die Verluste bei der ehemaligen Investmentbank beliefen sich im vierten Quartal auf astronomische 15,31 Milliarden Dollar. Diese sind noch nicht in der Quartalsbilanz des Käufers enthalten, dennoch fuhr die Bank of America im letzten Jahresviertel auch ohne den Zukauf ein Milliardenminus ein. Unter dem Strich rutschte der Konzern mit 1,79 Milliarden Dollar oder 0,48 Dollar je Aktie in die roten Zahlen. Experten hatten zwar mit einem Verlust gerechnet, waren vom Ausmaß der Zahlen aber enttäuscht.

Unterdessen gab der US-Senat am Vorabend die zweite Tranche des 700 Milliarden-Dollar-Rettungspaketes für die Finanzbranche frei. Die Senatoren haben das Rettungspaket mit 52 zu 42 Stimmen durchgewunken. Neu-Präsident Barack Obama plant, nicht nur Banken und Automobilkonzerne von den Staatshilfen profitieren zu lassen, sondern das Geld auch verstärkt in kleinere Unternehmen und Familien zu investieren. In der kommenden Woche stimmt das Repräsentantenhaus nun über die Freigabe der Pläne ab.

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