TEMPE (dpa-AFX) - Die Geschäfte bei First Solar laufen wieder besser. Der US-Solarkonzern, der wegen der branchenweiten Probleme sein Werk in Frankfurt (Oder) schließt, hat im zweiten Quartal Geld verdient. Unter dem Strich lag der Gewinn bei 111 Millionen US-Dollar (91 Mio Euro). Das war beinahe doppelt soviel wie im Vorjahreszeitraum und ein gewaltiger Sprung gegenüber dem Verlust von 449 Millionen
Dollar im ersten Quartal.
Der Konzern begründete das bessere Abschneiden am Mittwoch vor allem mit Großprojekten, die entscheidende Fortschritte gemacht hätten. Der Umsatz schnellte dadurch auf 957 Millionen Dollar hoch. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Zuwachs von 80 Prozent und gegenüber dem ersten Quartal sogar von 93 Prozent.
Mit einer derart raschen Entspannung der Lage hatten die Börsianer nicht gerechnet. Nachbörslich kletterte die gebeutelte Aktie um 13 Prozent. First Solar leidet wie andere Spieler der Branche unter dem Preisdruck der chinesischen Konkurrenz sowie einer sinkenden staatlichen Förderung. Mehrere deutsche Hersteller sind bereits in die Insolvenz gerutscht.
Um Kosten einzusparen, hatte First Solar sich entschlossen, sein Frankfurter Werk zum Jahresende aufzugeben. 1.200 Menschen verlieren ihren Job. Es gibt einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft. Auch am Vertriebsstandort Mainz müssen zahlreiche Mitarbeiter gehen. Die finanziellen Belastungen aus der Schließung hatten maßgeblich zu dem hohen Verlust im Vorquartal beigetragen./das/DP/he