NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Mobilfunkanbieter MetroPCS Communications hat sich laut Kreisen als Favorit für den Kauf von Anteilen der vor dem Zusammenschluss stehenden Konkurrenten AT&T und T-Mobile USA herauskristallisiert. Obwohl das Geschäft noch nicht entschieden sei, werde es wahrscheinlich Vertragskunden und Frequenzen im Wert von weniger als 4 Milliarden US-Dollar umfassen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag und beruft sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren.
AT&T sucht nach Wegen, um doch noch die Tochter der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) übernehmen zu können. Die US-Wettbewerbshüter hatten im August ein klares Nein zu dem 39 Milliarden US-Dollar (27 Mrd Euro) schweren Verkauf an den US-Telekommunikationskonzern ausgesprochen. Sie fürchten höhere Preise und einen schlechteren Service, wenn sich die Nummer zwei auf dem US-Mobilfunkmarkt die jetzige Nummer vier einverleibt. AT&T stiege dann zum absoluten Marktführer auf, und es blieben nur noch zwei weitere landesweit vertretene Konkurrenten übrig: die große Verizon (Verizon Communications) und die kleinere Sprint.
Neben MetroPCS Communications, die rund 9 Millionen Vertragskunden hat, sei auch Leap Wireless International noch im Rennen um die Anteile, hieß es weiter in dem Bericht. Es sei aber noch unklar, ob es zu einem Abschluss komme, zudem sei es fraglich, ob der Verkauf einiger Kunden und Frequenzen die Wettbewerbsbedenken der US-Justiz ausräumen könne. Das Gerichtsverfahren startet nun am 13. Februar und dürfte mehrere Wochen dauern.
Mit dem Kauf von T-Mobile USA von der Deutschen Telekom will AT&T zur unumstrittenen Nummer eins unter den Mobilfunkanbietern in den USA aufsteigen. Bereits jetzt hat das Unternehmen mehr als 100 Millionen Mobilfunkkunden.
Auch für die Deutsche Telekom steht viel auf dem Spiel. Sie will sich mit dem Verkauf von T-Mobile USA eines Sorgenfalls entledigen. Die Deutschen hatten es versäumt, ihr Netz auszubauen und können bis heute als einziger der vier landesweit vertretenen Mobilfunker das beliebte iPhone-Handy von Apple nicht anbieten./stb/jha/wiz