SAP treibt den Ausbau seines Cloud-Geschäfts mit einer Milliarden-Übernahme weiter voran und setzt den Erzrivalen
Oracle damit zunehmend unter Druck. Der Walldorfer Softwarekonzern kauft den amerikanischen Informationsdienstleister
Ariba für 4,3 Milliarden US-Dollar, wie SAP am Vorabend der Hauptversammlung mitteilte.
Für den Konzern aus dem Silicon Valley, der zuletzt 444 Millionen Dollar umsetzte, bietet SAP 45 Dollar je Aktie. Das ist ein Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs von Montag. Der Ariba-Verwaltungsrat hat die Akquisition bereits einstimmig gebilligt.
Unter Dach und Fach ist die Transaktion damit aber noch nicht. So müssen die Ariba-Aktionäre noch zustimmen und die Kartellbehörden grünes Licht geben. SAP finanziert den Kauf aus Barmitteln und über ein Darlehen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2012 erwartet.
"Der Zukauf von Ariba wird das Geschäftsnetzwerk der Zukunft schaffen, unseren Kunden sofort einen Mehrwert bieten und bringt SAP einen weiteren Motor für das Wachstum in der Cloud", sagten die SAP-Vorstandsvorsitzenden Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.
Sowohl SAP als auch Oracle bauen ihre Cloud-Dienstleistungen mit Milliardenaufwand aus. Zuletzt gaben die Walldorfer 3,4 Milliarden Dollar für den Softwareanbieter SuccessFactors aus, der Software für das Personalmanagement entwickelt. Oracle übernahm im Februar Taleo, einen Anbieter von Personal-Management-Lösungen, für 1,9 Milliarden Dollar. Im Oktober vergangenen Jahres wurde RightNow Technologies, ein Anbieter von cloud-basierten Serviceleistungen, für 1,5 Milliarden Dollar übernommen.
Cloud-Dienste bieten Zugang zu umfangreichen Datenmengen und Software über das Internet und wachsen schnell, da sie billiger sind als umfangreiche Installationen vor Ort.
Ariba ist laut SAP das Unternehmen für den cloud-basierten Handel zwischen Geschäftspartnern und nach Umsatz der zweitgrößte Cloud-Anbieter weltweit. Mit der Übernahme werde SAP zum führenden Geschäftsnetzwerk und positioniere sich in einem schnell wachsenden Marktsegement, in welchem sich Käufer und Verkäufer weltweit über Cloud-Lösungen miteinander vernetzen.
SAP peilt bis zum Jahr 2015 einen Konzernumsatz von über 20 Milliarden Euro an. Dazu sollen vor allem Wachstumssegmente beitragen, wie Software für mobile Endgeräte, die superschnelle Datenbanktechnologie HANA, und eben das Cloud-Geschäft.
Im April hatte SAP seinen Ausblick mit zweistelligem Umsatzwachstum im zweiten Quartal und im Gesamtjahr bestätigt. Trotz schwachem Absatz in Nordamerika und Teilen Europas verzeichnet der Softwarekonzern weiter steigende Gewinne.
-Von Nathalie Tadena, Dow Jones Newswires;
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