02.08.2012 14:28
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Übernahme und geringere Abschreibungen treiben Gewinn von Ratiopharm-Mutter Teva

    JERUSALEM (dpa-AFX) - Der weltweit größte Hersteller von Nachahmermedikamenten Teva Pharmaceuticals (Teva Pharmaceutical Industries) hat im zweiten Quartal von der Übernahme des Biotech-Unternehmens Cephalon und geringeren Abschreibungen profitiert. Der Gewinn stieg von April bis Juni von 576 Millionen auf 863 Millionen US-Dollar, wie die Muttergesellschaft des Ulmer Generikaherstellers Ratiopharm am Donnerstag in Jerusalem mitteilte. Beim Umsatz sorgten auch neu zugelassene Nachahmermedikamente für einen Anstieg um fast ein Fünftel auf 5 Milliarden Dollar.

 

    Vor Sonderposten wies der Arzneimittelhersteller einen Gewinn je Aktie von 1,28 Dollar nach 1,10 Dollar im Vorjahreszeitraum aus. Damit traf Unternehmenschef Jeremy Levin die Erwartungen der Wall Street. Der Ausblick für 2012 wurde bestätigt. "Dies war ein herausragendes Quartal für Teva und wir sind auf gutem Weg, unsere Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen." Das Geschäft mit Generika in den USA erhole sich.

 

    Levin hatte die Prognose im Mai gekappt: Vor Sonderposten erwartet der Konzern 2012 ein Ergebnis pro Aktie von 5,30 bis 5,40 US-Dollar. Beim Umsatz werden 20 bis 21 Milliarden Dollar erwartet. Levins' Vorgänger und langjähriger Teva-Chef Shlomo Yanai hatte die Märkte noch auf 22 Milliarden Dollar eingestimmt. Yanai gab Anfang Mai nach fünf Jahren an der Spitze von Teva seinen Chefsessel überraschend an Levin ab.

 

    Bis zum Jahr 2015 verlieren nach Schätzungen von Branchenexperten Originalmedikamente mit einem Umsatz von mehr als 130 Milliarden Dollar ihren lukrativen Patentschutz. Davon profitieren die Anbieter von billigeren Kopien wie Teva oder auch der deutsche Konkurrent Stada aus Bad Vilbel. In den USA - dem weltweit größten Pharmamarkt - legte der Teva-Umsatz um 28 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar zu. In Europa, das 30 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert, stagnierte der Erlös bei 1,5 Milliarden Dollar.

 

    Die Israelis verlassen sich nicht allein auf das Generika-Geschäft, sondern entwickeln Medikamente auch selbst. Ein Mittel aus der eigenen Forschung ist das Präparat Copaxone zur Behandlung der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS). Der Umsatz des Medikaments stieg im Quartal um ein Fünftel auf 982 Millionen Dollar. Doch Copaxone verliert in den USA 2014 seinen wichtigen Patentschutz. Das Mittel konkurriert unter anderem mit Gilenya von Novartis und Betaferon von Bayer . Unter seinen neuen Generikaprodukten bietet Teva Kopien von Eli Lillys Schizophrenie-Mittel Zyprexa sowie des Blutfettsenkers Lipitor von Pfizer an./ep/stb/kja

 

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