Der Jahresüberschuss sank im vergangenen Jahr deshalb um mehr als zwanzig Prozent auf 660 Millionen Euro. Gerade große Kunden wie Banken haben den Handel, insbesondere mit riskanten Anlagen, heruntergefahren, um das Eigenkapital nicht zu belasten. Weniger Handel an den Börsen ist die Folge.
Als Konsequenz setzt der Frankfurter Börsenbetreiber nun den Rotstift an. Die Deutsche Börse will noch stärker sparen und jährlich 70 Millionen Euro sowohl bei den Personal- als auch den Sachkosten weniger ausgeben. 200 Mitarbeitern und 50 Führungskräften bietet sie ein "Freiwilligenprogramm" an, ähnlich wie es das schon einmal gegeben hat. Damals wurde den Mitarbeitern etwa eine Frühverrentung angeboten oder die Reduzierung der Arbeitszeit. Die Details werden noch mit dem Betriebsrat verhandelt. Die Personalkosten sollen so um 30 Millionen Euro sinken.
Trotz des schwierigen Geschäfts können die Anleger mit einer stabilen Dividende von 2,10 Euro rechnen. Die Deutsche Börse erwägt zudem, eigene Aktien zurückzukaufen; sie will das aber von dem weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr abhängig machen. Eine Entscheidung darüber fällt im zweiten Halbjahr.
Die Aktie zog in Reaktion auf die Zahlen zunächst an, gab aber die Gewinne zu einem Großteil wieder ab.
Von Madeleine Nissen Kontakt zur Autorin: madeleine.nissen@wsj.com DJG/mln/jhe Dow Jones Newswires