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26.01.2013 07:00

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ÜBERZEUGENDE ZAHLEN

Google: Endlich zur Form gefunden

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Google: Endlich zur Form gefunden
Der Suchmaschinenbetreiber Google überraschte am Mittwoch mit einem quicklebendigen Kerngeschäft.

von Stephan Bauer, Euro am Sonntag

Die Stimme — mal wieder. Mehrere Monate lang hatte sich Google-Chef Larry Page im vergangenen Jahr bei Präsentationen und Quartalsterminen vertreten lassen, weil seine Stimmbänder nicht mitmachten. Vergangene Woche klang der Chef des weltgrößten Suchmaschinenbetreibers erneut ziemlich heiser bei der Vorstellung der Jahreszahlen für 2012. Der Inhalt selbst gab kaum Anlass zur Sorge. Im Gegenteil: Google zeigte sich alert wie in besten Zeiten, die Zahlen übertrafen die Erwartungen des Marktes — und die Aktie legte den größten Kurssprung seit 13 Monaten hin.

Online-Anzeigen fast preisstabil
Vor allem der kräftige Gewinn ließ manchen Pessimisten aufhorchen. Das Unternehmen aus Palo Alto hatte den Nettogewinn um sieben Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar gesteigert. Geholfen haben dabei vor allem sprudelnde Einnahmen aus der Hauptquelle, der Internetwerbung. Im Weihnachtsquartal hatten US-Unternehmen ordentlich Anzeigen geschaltet, um sich vom boomenden Onlinehandel eine dicke Scheibe abzuschneiden. Der Umsatz des Konzerns stieg um 36 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar im Quartal.

Was Börsianer überzeugte, waren vor allem die unerwartet hohen Erlöse für geklickte Werbeanzeigen, die sogenannte „cost per click“. Die Gebühren, die Google seinen Anzeigenkunden pro Klick auf ihre Werbeflächen in Rechnung stellt, erwiesen sich stabiler als erwartet. Im dritten Quartal musste der Weltmarktführer bei der Internetwerbung noch einen Preisrückgang von 15 Prozent verbuchen. Viele Fachleute sahen die Profitabilität des Geschäftsmodells bedroht.

Doch der Preisrutsch verlangsamt sich. Im abgelaufenen Quartal fielen die Gebühren um lediglich sechs Prozent im Jahresvergleich. Gegenüber dem dritten Quartal stiegen die Preise sogar wieder leicht an. Die Anzahl der Buchungen legte immerhin um ein Viertel zu. „Viele Beobachter rechneten deshalb mit Zahlen am unteren Ende der Erwartungen. Die Ergebnisse waren aber ziemlich gut“, sagt Benjamin Schachter, Analyst bei Macquarie.

Google ist auf gutem Weg, die Verluste aus der 2012 abgeschlossenen Übernahme des Mobilfunkgeschäfts von Motorola in den Griff zu bekommen. Im August hatte Vorstand Page einen umfassenden Umbau des Zukaufs angekündigt. 4000 Jobs wurden gestrichen, ein Drittel der 90 Fabriken geschlossen. Im Quartal verursachte das Geschäft noch 353 Millionen Dollar operativen Verlust.

Android ist die mobile Zukunft
12,4 Milliarden Dollar hatte der Internetriese in die Hand genommen, auch um Zugriff auf zahlreiche Mobilfunk­patente Motorolas zu bekommen. Die Smartphones werden mit Googles Betriebssystem Android ausgestattet. Ziel ist es, einen möglichst hohen Marktanteil auf dem Markt für Smartphones zu erreichen, um das zukunftsträchtige Geschäft mit mobiler Internetwerbung von einer starken Basis aus aufzubauen.

Bislang geht das Kalkül auf: Android ist das erfolgreichste Betriebssystem für Smartphones, es erreichte im dritten Quartal einen Anteil von 72 Prozent im globalen Markt und ist damit deutlich erfolgreicher als etwa das Betriebssystem des Konkurrenten Apple.

Die Chancen stehen inzwischen gut, dass Google die kostspielige und strategisch zunächst umstrittene Motorola-Akquisition allmählich verdaut und das operative starke Kerngeschäft in den kommenden Quartalen wieder stärker in den Vordergrund rückt.

Damit gibt es auch für Aktionäre gute Perspektiven. Die Bewertung ist auf den ersten Blick zwar gehoben. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen gehen für das laufende Jahr von einem Zuwachs beim Gewinn von rund 13 Prozent aus, das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 16. Google ist indes ein Weltmarktführer, was eine Prämie rechtfertigt. Zudem hat der Konzern rund 44 Milliarden Dollar in der Kasse — fast 20 Prozent der Marktkapitalisierung. Auch das relativiert die Bewertung.

Google-Aktie

Bildquellen: Lyao / Shutterstock.com

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