Umfrage: Höhere Krankenkassen-Beiträge trotz Gesundheitsreform
Laut Umfrage erwarten nur sechs Prozent der befragten Kassen sinkende Beiträge, teilte PwC am Donnerstag in Frankfurt mit. Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 14,8 Prozent. Ministeriumssprecher Klaus Vater dagegen sagte: "Weder der Kaffeesatz noch die Kristallkugel gehören zu den Mitteln, mit denen sich die Entwicklung der Krankenkassen beschreiben lässt", sagte Vater. Er reagierte auf Äußerungen des Chefs der Barmer Ersatzkasse (BEK), Johannes Vöcking.
MINISTERIUM: SCHULDENABBAU BIS ENDE 2008
Dieser hatte unter Hinweis auf den 2009 geplanten Gesundheitsfonds gesagt, er rechne mit einem Fonds-Beitrag von 15,5 Prozent. Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 14,8 Prozent. Vöckings Behauptung sei "unbegründet", sagte der Ministeriumssprecher. Die Krankenkassen seien dabei, sich von ihren Schulden zu befreien. "Das wird bis Ende 2008 gelingen."
Die gesetzlichen Krankenkassen müssten aber alle Instrumente der Gesundheitsreform nutzen, um Kosten zu begrenzen und die effiziente Verwendung der Mittel zu verbessern. Da gebe es noch Nachholbedarf. Gleichwohl seien die gesetzlichen Kassen auf gutem Weg. "Erfolge sollten durch Schreckensszenarien nicht in Frage gestellt werden", sagte Vater.
Nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfer von PwC wird die Gesundheitsreform zu einer Fusionswelle unter den Kassen führen. Um auf Dauer bestehen zu können, bräuchten die Kassen nach eigener Einschätzung etwa eine Million Mitglieder. Vier von zehn Kassen planen derzeit einen Zusammenschluss, 60 Prozent haben sich bereits an einer Fusion beteiligt. Bis 2010 wird sich die Zahl der Krankenkassen nach Einschätzung der befragten Manager halbieren./vs/sat/DP/stw


