DAX6.7860,6%  Dow12.8840,0%  Euro1,32580,0% 
ESt502.5180,2%  Nas2.9160,4%  Öl117,6-0,3% 
TDax772,9-0,1%  Nikkei9.002-0,2%  Gold1.732-0,1% 

06.12.2007 18:39

Senden

Umfrage: Höhere Krankenkassen-Beiträge trotz Gesundheitsreform


        FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Knapp 85 Prozent der Krankenkassen rechnen damit, dass sie 2009 trotz Gesundheitsreform die Beiträge anheben müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Universität Hannover bei 77 Vorständen gesetzlicher Krankenkassen. Das Gesundheitsministerium hält Warnungen vor einer drohenden Beitragsexplosion bei den Krankenkassen im übernächsten Jahr jedoch für unbegründet.

 

    Laut Umfrage erwarten nur sechs Prozent der befragten Kassen sinkende Beiträge, teilte PwC am Donnerstag in Frankfurt mit. Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 14,8 Prozent. Ministeriumssprecher Klaus Vater dagegen sagte: "Weder der Kaffeesatz noch die Kristallkugel gehören zu den Mitteln, mit denen sich die Entwicklung der Krankenkassen beschreiben lässt", sagte Vater. Er reagierte auf Äußerungen des Chefs der Barmer Ersatzkasse (BEK), Johannes Vöcking.

 

MINISTERIUM: SCHULDENABBAU BIS ENDE 2008

 

    Dieser hatte unter Hinweis auf den 2009 geplanten Gesundheitsfonds gesagt, er rechne mit einem Fonds-Beitrag von 15,5 Prozent. Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz bei 14,8 Prozent. Vöckings Behauptung sei "unbegründet", sagte der Ministeriumssprecher. Die Krankenkassen seien dabei, sich von ihren Schulden zu befreien. "Das wird bis Ende 2008 gelingen."

 

    Die gesetzlichen Krankenkassen müssten aber alle Instrumente der Gesundheitsreform nutzen, um Kosten zu begrenzen und die effiziente Verwendung der Mittel zu verbessern. Da gebe es noch Nachholbedarf. Gleichwohl seien die gesetzlichen Kassen auf gutem Weg. "Erfolge sollten durch Schreckensszenarien nicht in Frage gestellt werden", sagte Vater.

 

    Nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfer von PwC wird die Gesundheitsreform zu einer Fusionswelle unter den Kassen führen. Um auf Dauer bestehen zu können, bräuchten die Kassen nach eigener Einschätzung etwa eine Million Mitglieder. Vier von zehn Kassen planen derzeit einen Zusammenschluss, 60 Prozent haben sich bereits an einer Fusion beteiligt. Bis 2010 wird sich die Zahl der Krankenkassen nach Einschätzung der befragten Manager halbieren./vs/sat/DP/stw

 

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
 Kommentar hinzufügen 
 

ANZEIGE

 

ANZEIGE

Wie investieren Sie Ihr Geld?
Ich kaufe überwiegend selbständig Aktien.
Ich investiere mein Geld hauptsächlich in Fonds.
Ich handle meistens mit Hilfe von Zertifikaten oder anderen komplexen Derivaten.
Ich interessiere mich zwar für die Börse, lasse mein Geld aber lieber auf einem Festgeld- oder Tagesgeldkonto.
Ich investiere mein Geld in Bausparverträge und Lebensversicherungen. Der Rest kommt auf ein Sparbuch.
 Abstimmen