von Joachim Spiering, Euro am Sonntag
Solarword-Chef Frank Asbeck geht davon aus, dass der Solarkonzern überleben wird. Auf die Frage, ob das Unternehmen akut von der Insolvenz bedroht sei, sagte er gegenüber der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag: „Ich sehe hier momentan keinerlei Risiko.“ Asbeck verwies zum einen auf die vorhandene Liquidität in Höhe von über 220 Millionen Euro, zum anderen auf ein Gutachten externer Prüfer. Diese hätten dem Konzern bescheinigt, dass Solarworld „in den nächsten Jahren operativ wieder positiv arbeiten wird“. Deshalb gehe es bei den Verhandlungen mit den Gläubigern jetzt vor allem darum, die Verschuldung zu verringern.
Am Donnerstagabend hatte Solarworld mitgeteilt, dass der Konzern nur überleben könne, wenn eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten erfolge. Das Unternehmen hat zwei Anleihen über insgesamt 550 Millionen Euro ausgegeben, die 2016 und 2017 fällig werden. Die Anleihegläubiger müssen sich auf harte Einschnitte gefasst machen. Aktuell notieren die Bonds bei 20 Prozent.
Asbeck sieht die Sonnenbranche weiterhin als Wachstumsmarkt. „Solarstrom ist so billig geworden, dass er sich auch ohne Förderung lohnt.“ Er baut darauf, dass die EU gegen
das Preisdumping der chinesischen Konkurrenz vorgeht. „Ich hoffe, dass die EU ab Juni Zölle auf subventionierte Module aus China einführt.“ Dann hätten heimische Anbieter wieder eine Chance.