von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag
Wer ganz genau hinsieht, dem fällt auf: In den 15 Jahren seit 1998 verbuchten Anleger mit den Ahlers-Vorzügen so gut wie immer – nämlich in 14 Jahren – zwischen Anfang Januar und April oder Mai Kursgewinne. Zehn, 20 ja sogar 25 Prozent waren da oft in wenigen Monaten drin. Und das unabhängig von der Börsenlage.
Denn sogar in Crashjahren wie 2000 bis 2003 gab es Gewinne. Lediglich das Jahr 2008 brachte nur eine Stagnation. Woran der starke Lauf im ersten Jahresdrittel liegt, kann ich nur mutmassen. Zumindest bringt Ahlers im März die Jahreszahlen und im April die Daten zum ersten Quartal. Und im Mai hält das Unternehmen meist Hauptversammlung ab. Am Tag danach gibt es Dividende.
Nun ist Ahlers bei eingefleischten Dividendenjägern ja eine begehrte Trophäe. Bringt es der Modekonzern doch seit zig Jahren regelmässig auf hohe Dividendenrenditen um sechs oder sieben Prozent. Da das Unternehmen aus Herford in Nordrhein-Westfalen eine grundsolide Bilanz hat, wird dabei in aller Regel so ziemlich der gesamte Gewinn manchmal sogar mehr ausgeschüttet.
Für das im November beendete Geschäftsjahr 2010/11 gab es bei einem Gewinn von 0,74 dann auch 0,70 Euro Dividende je Vorzugsaktie. Für das laufende Jahr 2011/12 dürfte die Zahlung zwar nur stagnieren. Denn Ahlers hat in seiner Sparte Men`s & Sportswear einige Probleme. In den ersten neun Monaten fiel der Umsatz dort um 24,5 Prozent, die Sparte brachte dabei einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 3,1 Millionen Euro.
Das Management um Firmenchefin Stella Ahlers hat deswegen auch eine Umstrukturierung der Sparte eingeleitet, die in diesem Jahr etwa 1,0 bis 2,0 Millionen Euro kosten soll. Der Ahlers-Gewinn dürfte deshalb 2011/12 etwas zurückgehen. Im nächsten Jahr aber rechne ich mit einem kräftigem Anstieg. Zum einen erwarte ich aus den Restrukturierungen der Men`s & Sportswear-Marke Gin Tonic deutlich positive Ergebniseffekte. Zum anderen setzt Ahlers nicht nur auf den Ausbau seiner margenstarken Premiummarken – deren Umsatzanteil stieg in den neun Monaten von 56 auf 61 Prozent – Ahlers forciert auch den Ausbau des eigenen Retailgeschäfts mit der Eröffnung eigener Läden. So sollen 2013 beispielsweise in fünf Städten – darunter Hamburg und München – eigene Läden eröffnet werden.
Schon in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahrs gab es im Retailbereich ein Umsatzplus von 7,6 Prozent. Insgesamt erwarte ich im nächsten Jahr somit einen deutlichen Gewinnanstieg und bei Fortsetzung der Dividendenpolitik eine Ausschüttung für 2012/13 von 0,80 bis 0,90 Euro je Aktie. Spätestens dann dürften die nächsten Kursgewinne anstehen.
Fazit: Im nächsten Jahr erwarte ich einen Gewinnsprung.
ISIN: DE0005009732
Gewinn je Aktie 11/12e: 0,65 €
Gewinn je Aktie 12/13e: 0,90 €
KGV 11/12e: 0,70
Div./Rend. 11/12e: 6,7 %
EK*-Quote: 59,3 %
EK* je Aktie/KBV: 8,32 €/1,3
Kurs/Ziel/Stopp: 10,40/13,0/7,70 €
*EK: Eigenkapital
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