von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag
Zehn Prozent waren es im vergangenen Jahr, 15 Prozent 2010 und 2009. 2008 blieb es zwar ein Nullsummenspiel, dafür liefen aber in den zehn Jahren davor ebenfalls regelmäßig Gewinne von zehn bis 25 Prozent in wenigen Monaten auf.
Fast so zuverlässig wie bei einem Schweizer Uhrwerk gab es im zurückliegenden Jahrzehnt bei Ahlers-Vorzügen in der Zeit von Anfang Januar bis spätestens zur Hauptversammlung des Unternehmens im Mai oder Juni in zweistellige Kursgewinne. Grund: die nachhaltig hohe Dividende des Modekonzerns.
Ahlers verwöhnt die Aktionäre seit langem mit Dividendenrenditen von deutlich über fünf Prozent. Der Effekt ist häufig zu beobachten: Während der Hauptversammlungssaison tauchen ausschüttungsfreudige Unternehmen in den Dividendenranglisten der Medien auf. Die Berichterstattung bringt mehr Aufmerksamkeit, Anleger legen sich die Top-Zahler ins Depot.

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Eine ähnliche Entwicklung ist auch in diesem Jahr zu erwarten. Denn die Männermode des Unternehmens aus Herford ist gefragt, hohe Dividenden dürften sicher sein. 2010/11 steigerte Ahlers den Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 6,5 Prozent auf etwa 267 Millionen Euro. Wachstum erfolgt über die Eröffnung eigener Geschäfte, internationale Expansion und Konzentration auf Premiummarken. Deren Anteil am Umsatz stieg in den vergangenen fünf Jahren von 38 auf 52 Prozent. Mehr Premium bedeutet auch höhere Profite. In 2009/10 dürfte der Gewinn bei Ahlers um rund zehn Prozent auf über neun Millionen Euro gestiegen sein. Gab es 2009/10 bei den Vorzügen eine Dividende von 60 Cent, so ist nun eine Zahlung von 70 Cent je Aktie wahrscheinlich – Rendite sieben Prozent.
Aktie bezahlt sich selbst
Die Dividendensaison steht vor der Tür. Schon bald wird wieder über die Top-Zahler berichtet werden. Der kurzfristige Dividendeneffekt bis zur Ahlers-Hauptversammlung am 3. Mai hat genausoviel Charme wie ein langfristiges Investment. Wer im Januar 2002 einstieg und seither zehn Dividendenzahlungen bei Ahlers mitgenommen hat, konnte inzwischen den Einstandspreis komplett aus den Ausschüttungen refinanzieren. Für das laufende Geschäftsjahr 2011/12 rechnet Firmenchefin Stella Ahlers mit weiter steigenden Gewinnen. Die Dividende dürfte dann erneut zulegen. Eine Rendite von 7,5 oder acht Prozent könnte drin sein.
ISIN: DE0005009732
Gewinn je Aktie 09/10e: 0,70 €
Gewinn je Aktie 11/12e: 0,80 €
KGV 11/12e: 12,1
Dividende/Rendite 09/10e: 7,2 %
EK*-Quote: 57,3 %
EK* je Aktie/KBV: 8,37 €/1,2
Kurs/Ziel/Stopp: 9,70/13,00/7,70 €
*EK: Eigenkapital
Georg Pröbstl ist Chefredakteur der Value-Depesche.
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Bildquellen: Ahlers