von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag
Im August 2008 empfahlen Euro am Sonntag die Aktie von Ehelbracht. Kurse in Höhe des Eigenkapitals, damals 2,34 Euro, sollten demnach bald drin sein. Zwei Jahre später notierte die Aktie schon bei 3,70 Euro, der Wertzuwachs seit der Empfehlung lag damit bei 140 Prozent. Nun notiert Ehlebracht wieder 35 Prozent unter diesem Hoch. Aus unserer Sicht eine gute Gelegenheit zum neuerlichen Einstieg.
Denn der Spezialist für Kunststoff- und Möbelfunktionstechnik wächst mit seinen Komponenten, Leuchten und Lichtsysteme, weiterhin rasant. Nachdem der Konzern aus Enger in Nordrhein-Westfalen den Umsatz 2010 um 26,7 Prozent auf 72,2 Millionen Euro steigern und den Gewinn auf 3,3 Millionen Euro verdreifachen konnte, trieb Ehlebracht den Umsatz in den ersten neun Monaten um weitere 21,2 Prozent voran. „Im Gesamtjahr lag der Umsatz im etwa Bereich der prognostizierten 80 Millionen Euro“, so Ehlebracht-Alleinvorstand Bernd Brinkmann gegenüber dieser Zeitung.
Weiteres Wachstum ist zu erwarten. Neben dem hohen Auftragsbestand – zum Halbjahr lag dieser mit 34 Millionen Euro rund 30 Prozent über dem Vorjahreswert – wird vor allem die internationale Expansion forciert. „Vom Produktionsstart im zweiten Werk in China im vierten Quartal erwarten wir ab 2013 Umsatzbeiträge von zusätzlich etwa zehn Millionen Euro im Jahr“, erklärt der Manager. Vor allem wegen guter Geschäfte im Reich der Mitte stieg der AUslandsanteil am Umsatz zwischen 2008 und 2010 von 35,2 auf 45,6 Prozent.
Daneben plant der Firmenchef beispielsweise im Bereich Möbelfunktionstechnik mit neuen Produkten die Erschliessung weiterer Märkte. Schon 2013 sind bei Ehlebracht deshalb über 90 Millionen Euro Umsatz zu erwarten.
Wegen der guten Geschäftsentwicklung können sich die Aktionäre des Unternehmens für dieses Jahr erstmals seit langem auf die Zahlung einer Dividende freuen. 4,3 Prozent Rendite könnten drin sein.
Ehlebracht hat mit FH Finanzholding einen Hauptaktionär, der rund 60 Prozent der Anteile hält. Im Februar vergangenen Jahres gab es ein freiwilliges übernahmeangebot zu 2,46 Euro je Aktie. Dieser Gebotspreis ist zwar nicht mehr verbindlich, sollte den Kurs aber dennoch einigermassen nach unten sichern. Ansonsten sollten wegen der profitablen Geschäftsentwicklung erneut wieder Kurse im Bereich des Eigenkapitals drin sein. Und der liegt bei 2,83 Euro je Aktie.
ISIN: DE0005649107
Gewinn je Aktie 2012e: 0,27 €
Gewinn je Aktie 2013e: 0,31 €
KGV 2012e: 8,7
Div./Rend. 2012e: 0,10 €/4,3 %
EK*-Quote: 58,1 %
EK* je Aktie/KBV: 2,83 €/0,8
Kurs/Ziel/Stopp: 2,35/3,20/1,75
*EK: Eigenkapital
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Bildquellen: Anirudh-Koul/Flickr